Erstellt am 01. Februar 2016, 12:59

von Michaela Fleck-Regenfelder

Ein neuer Zeitgenosse für NÖs Archiv. Nach Friedrich Cerha hat Niederösterreichs Archiv der Zeitgenossen mit Kurt Schwertsik einen prominenten, musikalischen Neuzugang.

Kurt Schwertsik mit Erwin Pröll im Archiv der Zeitgenossen in Krems.  |  NOEN, NLK Pfeiffer
Einen Literaten (Peter Turrini), einen Architekten (Wolf D. Prix) und einen Musiker (Friedrich Cerha) gab es schon, in Niederösterreichs Archiv der Zeitgenossen. Jetzt ist tief unter dem Campus der Kremser Donau-Uni noch ein prominenter Zeitgenossen eingezogen: Kurt Schwertsik.

Noch im Vorjahr hat Niederösterreichs Landesregierung den Vorlass des 1935 in Wien geborenen Komponisten erworben. Der besteht aus handschriftlichen Werkmanuskripten, aus Skizzen, aus Aufzeichnungen und Korrespondenzen. Dazu kommt noch Aufführungsmaterial zu Kurt Schwertsiks Werken, Zeitungskritiken und mehrere hundert Fotografien.

Im Archiv der Zeitgenossen, das damit die künstlerischen Vorlässe von bereits vier prominenten (Wahl-)Niederösterreichern umfasst, sind "die optimale Lagerung, Pflege und fachkundige Betreuung auf lange Sicht garantiert". Meint Landeshauptmann Erwin Pröll. Und will hier künstlerische Werke von "unschätzbarem immateriellen Wert" für Niederösterreich erhalten.

Kurt Schwertsik, der seine musikalische Laufbahn als Hornist bei Niederösterreichs Tonkünstlerorchester begonnen hatte, studierte bei Karlheinz Stockhausen, Maurizio Kabel oder John Cage. 1958 gründete er, gemeinsam mit Friedrich Cerha, das Ensemble "die reihe", 1965 hob er mit Otto M. Zykan die Wiener "Salonkonzerte" aus der Taufe, drei Jahre später mit Otto M. Zykan und HK Gruber das Ensemble "MOB art & tone ART". Bis 2003 unterrichtete Schwertsik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, 2014 wurde seine jüngste Oper, "Mozart in Moskau", uraufgeführt.

www.archivderzeitgenossen.at