Erstellt am 12. Januar 2016, 06:23

von Michaela Fleck-Regenfelder

Eine Poetin mit Biss. Cornelia Travnicek, Erfolgsautorin aus Traismauer, liest am Donnerstag in St. Pölten. Und spricht über Nudeln, Kochbücher, Preise, Schubladen – und berufliche Glücksfälle.

Die Autorin und ihre Hauptdarstellerin: Cornelia Travnicek (rechts) mit Anna Posch, die in der Verfilmung ihres Romans »Chucks« die Mae spielt und dafür als beste Hauptdarstellerin für Österreichs Filmpreis 2016 nominiert ist.  |  NOEN, Robert Newald

Ihr erster Roman war ein Riesenerfolg. Ihr zweiter Roman ist am besten Weg dorthin. Und ihre erste Verfilmung steht kurz vor dem nächsten Filmpreis.

Viel besser geht’s gerade nicht für Cornelia Travnicek. Dabei wird die Traismaurerin demnächst erst 29. Und sieht ihren Beruf eher als „Glücksfall“, für den man „viele Treppen steigen“ muss und froh sein kann, wenn man dann auch davon leben kann.

„Bei mir“, erzählt Cornelia Travnicek, „hat sich das Schreiben direkt aus dem Lesen entwickelt.“ Und Lesen, nämlich ihre eigenen Texte, „das mach’ ich wirklich gern!“ Auch wenn etwa eine Lesereise in den USA ganz schön anstrengend sein kann: „Für mich ist es ein fixes Einkommen. Und ich mag es, wenn mein Publikum so viel Spaß hat wie ich!“

"Chucks ist kein reines  Jugendbuch"

Das funktioniere auch in Schulen ganz gut, wo sie gerade aus ihrem Debütroman „Chucks“ sehr viel gelesen hat. „Am Anfang“, meint die Autorin, die Sinologie und Informatik studiert hat, „war ich unglücklich über die Schublade der Jugendliteratur, in die man ‚Chucks‘ gesteckt hat.“ Es sei ja auch kein Jugendbuch, sondern „im Belletristik-Programm“ der Deutschen Verlags-Anstalt, die auch Ingeborg Bachmann, T. C. Boyle oder Thomas Mann verlegt, erschienen. Sie selbst habe „Chucks“ erst so schreiben wollen, wie man sich Belletristik eben vorstellt. „Dann hab’ ich alles weggeschmissen!“ Weil: „Es hat nicht zum Erzählten gepasst.“

„Junge Hunde“, ihr vor drei Monaten erschienener zweiter Roman, habe dagegen einen ganz anderen Ton. „Ich wollte eine poetischere Atmosphäre schaffen. Ich wollte, dass ein bissl mehr d’ran ist, von der Sprache her. Wenn man es mit Nudeln vergleicht – ich wollte etwas mit mehr Biss!“ Lacht Cornelia Travnicek. Und bleibt gleich noch beim Kochen, beim Gemüse-klein-Schneiden, Lange-Garen und den komplexen Aromen, die dabei herauskommen. Aber: „Nein, ich schreibe kein Kochbuch als nächstes!“

Derzeit habe sie „Mehreres“ in Arbeit, darunter auch wieder einen Roman. Aber erst liest sie noch in St. Pölten. Und freut sich dann auf die Filmpreis-Gala genau eine Woche später in Grafenegg, bei der die Darstellerin ihrer Mae in der Verfilmung von „Chucks“ auf der Nominiertenliste steht. „Das ist zwar keine Nominierung für den Film. Aber Anna ist der Film – und deshalb haben wir natürlich eine Chance!“
 


14. Jänner, 20 Uhr, Cinema Paradiso St. Pölten: Lesung „Junge Hunde“, im Anschluss: „Chucks“ (Film), www.cinema-paradiso.at