Erstellt am 12. April 2016, 07:04

von Thomas Jorda

Zwei Drittel fehlen. Das Haus sperrt am 30. Juni zu – die die Mittel fehlen. Das Land bietet Hilfe, der Bund verweigert sie.

 |  NOEN, APA

Das Land sei willens, erklärt Hermann Dikowitsch, oberster Kulturbeamter Niederösterreichs, tief in die Tasche zu greifen: „Die Weiterführung des Hauses kostet pro Jahr 2,5 Millionen Euro. Wir sind bereit, mit 850.000 Euro ein Drittel zu tragen. Die anderen müssten von Essl und vom Bund kommen.“

Während Karlheinz Essl, der sich das Museum nicht mehr leisten kann und will, derzeit nicht erreichbar ist, zeigt das Kunstministerium deutlich kein Interesse. Der Museumsbeirat hat vergangenes Jahr ein entsprechendes Ansuchen abgelehnt, sagt Kerstin Hosa, Pressesprecherin von Bundesminister Josef Ostermayer. Weil der Bund keine Privatmuseen unterstützt? Hosa glaubt eher, es hätte an Geld gefehlt, aber so genau könne sie das nicht sagen.

Doch man sei bereit, für die Kunstvermittlung 40.000 Euro zu zahlen. „Aber auf den Vorschlag kam keine Antwort. Außerdem ist alles Sache von Hans Peter Haselsteiner, der sechzig Prozent der Sammlung hält und die österreichische Kunst nach 1945 im Wiener Künstlerhaus ausstellen will.“

Sammlung gemeinsam erhalten

Davon hält Hermann Dikowitsch wenig: „Das ist dafür doch gar nicht geeignet. Wir wollen, dass die Sammlung mit Hunderten Bildern von Arnulf Rainer und Hermann Nitsch, Dutzenden von Anselm Kiefer, Georg Baselitz und Gerhard Richter gemeinsam erhalten wird.“

Erwin Uhrmann, Sprecher des Museums, ergänzt: „Wir sind mit über 5.000 Werken und 25.000 Büchern ein einmaliges Kompetenzzentrum in Sachen moderner Kunst. Und werden vom Publikum geschätzt. In den siebzehn Jahren des Bestehens“, verrät Uhrmann ein bisher gehütetes Geheimnis, „hatten wir immer zwischen 70.000 und 120.000 Besucher im Jahr und waren damit stets auf Augenhöhe mit Wien.“