Erstellt am 24. März 2016, 06:04

von Thomas Jorda

Ende und Untergang von Carnuntum. Die Donaugrenze zu halten gelang dem weströmischen Reich mühevoll.

Wenig blieb von der Pracht Carnuntums: die Reste des Amphitheaters.  |  NOEN, Pudelek

Zwei Carnuntums. Das Verwaltungszentrum der Provinz Pannonien gab’s doppelt, als Militärlager und – nicht weit entfernt – als Zivilstadt. Sie befanden sich am pannonischen Limes, dienten genauso dem Schutz des Reiches wie als Angelpunkt römischer Expansionsgelüste Richtung Germanien.

Schwache Grenzsicherung. Die Donaugrenze zu halten gelang dem weströmischen Reich mühevoll bis ins frühe 5. Jahrhundert. Bis gegen 450 residierte hier sogar ein Präfekt, der einige Soldaten befehligte. Die Reste der Bevölkerung hatten sich ins Militärlager zurückgezogen.

Aufgabe der Stadt. 433 übergab Kaiser Valentinian III. die Provinzverwaltung den Hunnen unter Attila; Carnuntum blieb besiedelt. Nach Westroms Untergang 476 wurde aber die letzte Siedlung im Militärlager aufgegeben. Dann kamen Goten, Langobarden, Awaren, schließlich die Franken. Letztmalig wurde Carnuntum 805 in den Annales regni Francorum erwähnt – und dann vergessen. Die Reste des Militärlagers blieben aber bis ins 17. Jahrhundert deutlich sichtbar, ehe das, was nicht in die Donau abgestürzt war, großflächig für die Landwirtschaft eingeebnet wurde. Erst im 20. Jahrhundert begann man, die Reste der Fundamente zu sichern und später Gebäude zu rekonstruieren.

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