Erstellt am 23. August 2016, 05:01

von Teresa Sturm und Anita Kiefer

Musik, Tanz und viel Party. In seiner 16. Auflage überzeugte das Festival 2016 mit solidem Line-Up und guter Organisation.

120 Acts. 120.000 Besucher an vier Tagen. Ein meist erfreuliches Festivalwetter. Die Bilanz des FM4 Frequency Festivals 2016 verlief für Veranstalter Harry Jenner trotz geringerer Besucherzahlen als im Vorjahr positiv: „Wir sind zufrieden.“ Probleme gab es im Green Park weder bei der Sicherheit noch mit dem Cashless-System, das erstmals im Einsatz war. Einen Wermutstropfen gab’s: Die deutsche Rockband Jennifer Rostock musste ihren Auftritt krankheitsbedingt absagen.

Der Donnerstag – der erste „richtige“ Festival-Tag nach dem Prequency am Mittwoch – startete mit einem musikalischen Feuerwerk. Bastille etwa. Die Band kennt man aus dem Radio – zumindest seit „Things We Lost In The Fire“. Die vier konnten überzeugen, dass sie zu mehr Zeug haben als zum Mainstream-Ohrwurm. Trotz kurzem Regenguss tanzten die Fans auch zu den neuen Songs der Londoner Indie-Rocker.

„Don’t have to worry‚ cause I’ll be come back soon“ heißt es in „Sky and Sand“ von Paul Kalkbrenner . Techno-Fans tanzten dazu wie in Trance – und hofften, dass er die Zeile ernst meint und bald zurückkommt.

Ein blondierter, junger Mann zieht auf der Bühne theatralisch Fahrerhandschuhe an – und das Publikum grölt. Denn die Fans von Bilderbuch wissen, dass das das Zeichen von Frontmann Maurice Ernst ist: „Maschin“ startet. „Steig jetzt in mein Auto“ singt er, und alle wollen mitfahren.

Eine sensationelle Show lieferten – wie zu erwarten – Deichkind zum Finale am Donnerstag ab. Mit ihren Pyramidenköpfen, Kostümwechseln und Gimmicks wie dem Planschbecken am Ende der Show sorgten die Deutschen für „Krawall und Remmidemmi“.

Die Sportfreunde Stiller spielten neben Songs vom neuen Album auch alte Hits wie „Ich, Roque“ oder „Siehst du das genauso“. Bei Letzterem fragen die drei Deutschen Peter Brugger, Florian Weber und Rüdiger Linhof „Wie geht’s dir eigentlich?“. Als Peter und Rüdiger sich auf der Bühne anlächelten, war klar: Nach zwanzigjähriger Geschichte hat die Gruppe nach wie vor unendliche Freude an Live-Auftritten. Die Antwort kann also nur lauten: „Es könnte nicht besser gehen. Danke!“

„All night“ hätten die Fans von Parov Stelar danach wohl zu den Rhythmen des Elek-troswingers und seiner Band tanzen können – getreu dem Songtitel eines der unzähligen Hits von Marcus Füreder und seiner Combo.

Am letzten Festival-Tag lockte die Stimme des Bloc Party -Frontsängers Kele Okereke selbst den letzten Besucher vor die bis dahin spärlich besuchte Space Stage. Dass Schlagzeugerin Louise Bartle und Bassist Justin Harris erst seit 2015 Teil der Band sind, merkte man nicht. Die Harmonie stimmt. Menschlich und musikalisch.

Überraschend unspektakulär gestaltete sich der Auftritt von Limp Bizkit auf der Green Stage. Mit den Coverversionen von Nirvana, die die Band um Fred Durst dabei hatte, wäre Kurt Cobain wenig glücklich gewesen.

Den rhythmischen Schlusspunkt des Frequency Festivals bildete Manu Chao . Auch das geschlauchteste Tanzbein wurde zum finalen Akt nochmal vor die Space Stage gelotst. Die geballte Energie des Sängers hielt das ganze Konzert über an – nicht nur beim all-time-favorite „Bongo Bong“.