St. Pölten

Update am 20. August 2016, 14:20

von Mario Kern

Die Macht der Vielfalt: Konzert-Kritik vom Freitag. Die Programm-Bilanz des zweiten Frequency-Tages: Das Kaiserwetter blieb, ebenso die Abwechslung als Maxime der künstlerischen Programmierung des Mega-Events am Traisenufer.

Bernhard Brenner

Elektronisch, balladesk und romantisch begann der Festival-Donnerstag auf der Space Stage mit Sänger M.P., den Hymnen-Fabrikanten von Walking on Cars und Matt Simons. Zeitgleich  ging es weitaus schwungvoller auf der Green Stage zu, wo das Girl-Power-Duo Chefboss mit Dancehall und Rap aufwartete und die österreichischen Proll-Punker Turbobier vornehmlich von flüssigen Genüssen mit Schaum sangen und dabei gar keine schlechte Figur machten.

Nach der Fat White Family hätten ursprünglich Jennifer Rostock auf der Bühne stehen sollen. Aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung von Sängerin Jennifer Weist wurde ihr Konzert abgesagt, die ersten drei Acts starteten einfach später. Das erste Highlight des Donnerstags bescherten dann die australischen Rocker von Wolfmother, die von Anfang an das zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Publikum vor der Green Stage auf ihrer Seite hatten. Gleich vorneweg boten Andrew Stockdale, Ian Peres und Vin Steele Kracher wie „Dimension“, „New Moon Rising“ und „Woman“ und konnten damit nichts falsch machen. Hymnen wie „White Unicorn“, „Victorious“ und „Joker and the Thief“ fügten sich nahtlos ein und machten den Auftritt des Power-Trios zum absoluten Genuss.

Auf der Green Stage zeigten sich die Waliser Bring Me The Horizon kantig und zeigten ihren Metalcore-Fans, warum sie derzeit eine der angesagtesten Bands des Genres sind. Mit gehörig rotziger Attitüde verwöhnten sie ihr Publikum mit Metal-Granaten älteren und jüngeren Datums, bevor Rudimental aus der Hauptstadt des Vereinten Königsreich mit Drum’n’Bass ungleich elektronischer zu Werke gingen.

Nach überzeugenden und anspruchsvollen Klängen von The Last Shadow Puppets ging es indes auf der Space Stage in die Zielgerade: Die Frequency-bewährten Sportfreunde Stiller - oder "Sportis", wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden - hatten ihr Publikum vor der Space Stage mit älteren Hits im Griff. So verzückten sie die im Vergleich zum Donnerstag angewachsene Menge mit Feel-Good-Rock-Perlen wie „Gute Freunde“, „Ich, Roque“ und „Applaus, Applaus“ sowie auch Songs vom taufrischen neuen Album und sorgten für Konfetti-Regen, Tränen der Rührung und sogar Moshpits vor der Space Stage.

Den perfekten Abschluss auf der Space Stage besorgte dann rund um Mitternacht Parov Stelar. Der DJ und Klangbastler aus Oberösterreich zeigte mit Band und Sängerin, warum er international höchst erfolgreich und gefragt ist. Er schaffte es mit seinem schwungvollen Electroswing, die Massen zum Tanzen zu bringen, und setzte dem Festival-Freitag in Sachen Stimmung souverän die Krone auf.