St. Pölten

Erstellt am 23. August 2016, 05:33

von Gila Wohlmann

Sicherheitskonzept zeigte Wirkung. Die erhöhte Präsenz der Exekutive sorgte für ruhigen Verlauf des Mega-Spektakels.

Insgesamt 420 Rettungs- und Notfallsanitäter waren ehrenamtlich am Frequency im Einsatz. In Spitzenzeiten waren 120 Rettungs- und Notfallsanitäter gleichzeitig vor Ort. Zehn Notärzte standen im Einsatz, in Spitzenzeiten waren bis zu drei gleichzeitig gefordert.  |  NOEN, ÖRK/ Alexander Zwickl

Rund 120.000 Gäste stürmten in fünf Tagen das Frequency-Festival in St. Pölten. Eine strategische Herausforderung für alle Blaulichtorganisationen.

1.239 Personen hatten die Rettungsorganisationen zu versorgen, 57 Personen davon wurden ins Spital gebracht, keiner war aber lebensgefährlich verletzt. „Wir hatten viel zu tun, erfreulich ist aber, dass es zu keinen lebensbedrohlichen Notfällen gekommen ist“, so die leitende Notärztin Gabriele Leister. Schürfwunden, Prellungen, einige Frakturen und Reaktionen auf Kälte wie auch Hitze und Insektenstiche waren die häufigsten Ausrückungen der Rettungskräfte, auch Alkoholgenuss und Medikamentenunverträglichkeiten.

„Eine Veranstaltung wie diese bringt uns für Großschadensereignisse neue Erfahrungswerte“, betont St. Pöltens Rot-Kreuz-Bezirksrettungskommandant Wolfgang Brückler. Für das aktuelle Event hätte man „aus den vergangenen Frequency-Festivals bereits wichtige Lehren ziehen können“, betont der Rettungsmann. Einen Einsatz für die Wasserrettung gab es Samstagnacht. „Ein Security beobachtete, wie ein junger Mann in den Mühlbach sprang“, schildert Gerhard Karner, Präsident und Landesleiter der Wasserrettung NÖ. Die Wasserretter suchten den Mühlbach bis zur EVN-Wehr ab, jedoch erfolglos. „Wir mutmaßen, dass der Mann wieder selbstständig ans Ufer gelangt ist“, meint Karner.

Beim Stadtpolizeikommando St. Pölten sind in den fünf Tagen rund 300 strafrechtliche Delikte angezeigt worden. „Die Zahl wird sich“, so Polizeisprecher Johann Baumschlager, „erfahrungsgemäß noch erhöhen.“ Für höchste Sicherheit sorgten Polizeikräfte in Zivil wie auch uniformiert, Diensthunde und sprengstoffkundige Organe. Die Zahl der eingesetzten Beamten wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen, nur so viel: „Das Sicherheitskonzept mit deutlich sichtbarer Präsenz der Exekutive ist voll aufgegangen.“

So gab es im Vorfeld eine Gefährdungsanalyse, auch im Hinblick auf vorangegangene Anschläge in Europa. Für die Feuerwehr, die mit rund 44 Mann vor Ort war, gab es auch Einsätze, am spektakulärsten war ein brennendes Stromaggregat, welches rasch gelöscht werden konnte. Insgesamt sei, bestätigen die Blaulichtorganisationen, dieses Frequency-Festival ruhiger als in den Jahren zuvor verlaufen.