Erstellt am 26. Januar 2016, 07:28

von Michaela Fleck-Regenfelder

Ganz politische Kunst. Brisante politische Schauen und eine neue Reihe zur Kunst der Performance zeigt der Kunstraum NÖ im aktuellen Ausstellungsjahr.

»Reisepartner«: Mit einem alten Kolchosen-Traktor war die Performance-Künstlerin Elisabeth Falkinger drei Monate lang von der Ukraine bis nach Oberösterreich unterwegs. Die Dokumentation ihrer ungewöhnlichen Reise ist in der Reihe »meanwhile ...« seit Donnerstag im Kunstraum Niederösterreich zu sehen.  |  NOEN, Falkinger
„Die politische Dimension ist mir gerade heuer sehr wichtig!“ Sagt Christiane Krejs. Und hat sich für ihren Kunstraum Niederösterreich, der im vergangenen Jahr erst seinen zehnten Geburtstag gefeiert hat, nicht nur Spannendes („spannend ist es jedes Jahr“), sondern auch viel Brisantes vorgenommen.

Gleich drei Ausstellungen beschäftigen sich 2016 in der Wiener Herrengasse „ganz intensiv mit sozialpolitisch engagierter Kunst“. Die erste, „The Turn“, zeigt aktionäre Kunst aus Tunesien, aus Syrien, aber auch der österreichischen Künstlerin Johanna Kandl, die ein Kunstprojekt im arabischen Raum realisiert hat. „Provokant“ sind diese Aktionen laut Kunstraum-Leiterin Christiane Krejs nicht, aber: „Sie wollen politisch etwas bewegen“ (ab 18. März).

Die zweite, „stark politische“ Schau wird von einer Bosnierin und einem Serben kuratiert. Heißt „Crisis as Ideology“, also: „Krise als Ideologie“. Und zeigt Aktuelles von serbischen, kroatischen, türkischen, griechischen, Schweizer und amerikanischen Künstlern (ab 3. Juni).

Insel Kuba im Mittelpunkt

Die dritte Themenschau stellt, kuratiert von Ursula Maria Probst, die Insel Kuba in den Mittelpunkt. Und hat Künstler und Künstlerinnen aus Havanna nach Wien eingeladen, um ein halbes Jahr lang gemeinsam mit arabischen, südamerikanischen und osteuropäischen Gästen neue Projekte zu entwickeln (Ergebnisse: ab 21. Oktober).

„Es geht hier nicht um schöne Kunst. Es geht um Kunst, die will, dass man nachdenkt“, erklärt Christiane Krejs. Das will auch die neue Reihe „meanwhile …“, die man heuer ins Leben gerufen hat, um „die Performance-Kunst etwas auszuweiten“. Zwei Performance-Abende stehen dabei noch am Jahresprogramm, mit anschließender Ausstellung zu Relikten, Dokumenten und Co. aus den Performances. Und noch etwas hat der Kunstraum in Sachen performativer Kunst vor: „Wir wollen gemeinsam mit dem Land ein Performance-Archiv gründen.“  www.kunstraum.net