Erstellt am 01. März 2016, 05:09

von Michaela Fleck-Regenfelder

Ganz große Komik. Von ölgemäldegroß bis schundheftklein reicht die Palette von Star- Cartoonist Gerhard Haderer. Zu sehen seit Samstag in der größten Haderer-Schau in Krems.

»Meine Bilder entstehen nicht, weil ich lustig sein will. Sondern weil mich Sachen nicht leben lassen«: Gerhard Haderer. Links auf dem Ölbild »Waldlichtung«, gemeinsam mit seinem »Herrn Novak«, dem er 2014 ein ganzes Buch gewidmet hat. Und seit Samstag in Krems.  |  NOEN, Marschik

Im Foyer sitzt der Meister am Bankerl. Auf einer sattgrünen Lichtung. Und hält sich tattrig am Stock fest. „Das mit dem Bankerl, das glaubt eh keiner!“ Lacht derselbe eine Viertelstunde später. Das mit dem Meister schon eher. Denn die „Waldlichtung“, auf der Star-Karikaturist Gerhard Haderer sich erst heuer selbst gemalt hat, glänzt in Ölfarben. Und im Großformat.

„Mit Caravaggio hat das angefangen“, erzählt der gebürtige Leondinger, der heuer 65 wird. Zu dem barocken Meister, genauer: zu zweien seiner berühmtesten Ölgemälde, ist er sogar nach Malta gefahren. „Da hab’ ich dann gesagt: Lieber Kollege, ich hab’s verstanden. Ich mach’s genauso!“ Und malte Jesus, Hitler, Waldheim und sich selbst, in Öl auf Leinwand, zweieinhalb Meter groß.

Sechs großformatige Ölbilder

Sechs von Gerhard Haderers großformatigen Ölbildern hängen seit Samstag im Kremser Karikaturmuseum. Vor tannengrün und blutrot gestrichenen Wänden, abgetrennt mit einer Kordel. „Die Kordel hab’ ich mir gewünscht“, lacht der Meister schon wieder. Und die erinnert wohl nicht von ungefähr an Kunsthistorische Museen.

„Dort gehören sie ja auch hin“, meint Gerhard Haderer jetzt ganz ernst. Nur die roten Nasen, die er den Kanzlern aufgesetzt hat, die nackten Hintern, die zackigen Uniformen oder den streunenden Pudel – die sieht man bei den „alten Meistern“ eher selten. Ebenso wenig wie Ministerinnen in der Wanne, Banker am Griller, eine Kanzlerin in Marmor oder drei Präsidenten im Wilden Westen (alle in Acryl und Letztere schon 2004 im Karikaturmuseum).

140 Originale von 1984 bis 2016

Die aktuelle Schau versammelt aber nicht nur sechs Ölgemälde. Sondern insgesamt 140 Originale, von 1984 bis 2016 und zur Hälfte aus dem Bestand von NÖs Landessammlungen. Dazu hat Karikaturmuseums-Direktor Gottfried Gusenbauer noch Fotos, Bücher, Skizzen, Entwürfe und die legendären MOFF-„Schundheftln“ ausgestellt. Und: acht bitterböse und herrlich komische Original-Handpuppen für die Satire-Truppe maschek aus dem Rabenhof, für die Gerhard Haderer die Entwürfe gezeichnet hat.

Was er als Nächstes macht? „Die Großformate sind fertig. Jetzt mach’ ich was mit Literatur, eine Graphic Novel. Nur net stehen bleiben!“ Meint Gerhard Haderer. Denn: „Was jetzt am Tisch liegt, dafür brenne ich!“

  www.karikaturmuseum.at