Erstellt am 10. November 2015, 06:52

von Thomas Jorda

"Reise ins Ungewisse". Die zehnte Saison wurde präsentiert. Man erinnerte sich an die Anfänge des längst etablierten Festivals, in dessen Zentrum 2016 Ludwig van Beethoven stehen wird.

Präsentierten das Grafenegg-Festival 2016: Rudolf Buchbinder, Erwin Pröll, Composer in Residence Christian Jost und Marshall Marcus, Chief Executive European Union Youth Orchestra (v. l.).  |  NOEN, NLK Filzwieser

2005 wurde das Projekt Grafenegg vorgestellt, 2007 das erste Programm umgesetzt. 15.000 Menschen kamen damals an den Festivalstandort, „wo Kunst und Natur in einer unglaublichen Harmonie zusammenfließen“, wie Landeshauptmann Erwin Pröll bei der Pressekonferenz zur zehnten, also einer Jubiläumssaison schwärmte.

2015 waren es bereits 45.000 Gäste, insgesamt zählte man bisher 310.000 Besucherinnen und Besucher. „Grafenegg hat es geschafft“, betonte Pröll, „die Hochkultur in diesem Land in einer breiten Öffentlichkeit zu verankern. Das hat Niederösterreich viel gebracht. Längst nicht nur monetär, sondern vor allem in Richtung Anerkennung und Selbstbewusstsein. Wir konkurrieren auf Augenhöhe mit jenen Festivals, in deren Schatten wir früher gestanden sind.“

Einzigartige Location und Atmosphäre

Rudolf Buchbinder, von Anbeginn an der künstlerische Leiter des Festivals, lobte „die einzigartige Location und Atmosphäre“, erinnerte sich aber auch an die Anfänge. „Das war eine Reise ins Ungewisse. An die Herausforderung denke ich aber trotzdem gerne zurück.“

Im Mittelpunkt des Festivals steht Ludwig van Beethoven mit drei Symphonien und fünf Klavierkonzerten. Dazu wird wieder besonderer Wert auf Talente- und Nachwuchsförderung gelegt und dem European Union Youth Orchestra entsprechende Auftrittsmöglichkeiten geboten.

Die Eintrittspreise bewegen sich wie bisher zwischen neun und 144 Euro, das Budget bleibt mit 7,8 Millionen Euro (3,9 Millionen kommen vom Land und nichts vom Bund) gleich.

Composer in Residence ist der Deutsche Christian Jost, der eine besonders weiße Birke pflanzen wird. Dass unter den bisher zehn Composers keine einzige Frau gewesen ist, bedauerte Rudolf Buchbinder ausdrücklich. Man habe aber noch keine Komponistin gefunden, die auch als Dirigentin oder Solistin von höchster Qualität wäre.


Höhepunkte 2016

16. & 17. Juni: Sommernachtsgala Tonkünstlerorchester unter Yutaka Sado, mit Rudolf Buchbinder, Olga Peretyatko (Sopran) und Bryn Terfel (Bariton).

13. August: Lippen schweigen Franz Lehárs „Lustige Witwe“ mit Dorothea Röschmann, Daniel Schmutzhard, Daniela Fally, Michael Maertens, Tonkünstlerorchester, Arnold-Schoenberg-Chor.

19. August: Festival-Eröffnung – An die Hoffnung Ludwig van Beethovens Neunte mit Camilla Nylund, Elena Zhidkova, Klaus Florian Vogt, René Pape, Wiener Singverein, Tonkünstlerorchester unter Yutaka Sado.

20. & 21. August: Cleveland Orchestra unter Franz Welser Möst

21. August: Klaus Florin Vogt singt Schubers „Schöne Müllerin“.

26. August: London Symphony Orchestra unter Nikolaj Znaider.

2. September: Concertgebouw orchester unter Daniele Gatti.

3. & 4. September: Mariinsky-Orchester unter Valery Gergiev.

10. September: Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann

11. September: Rudolf Buchbinder, Wiener Philharmoniker, fünf Klavierkonzerte Beethovens.
www.grafenegg.com