Erstellt am 24. November 2015, 05:03

von Thomas Jorda

Die Eckpfeiler stehen. Das Projekt des neuen Museums im ehemaligen Landesmuseum in St. Pölten steht vor der Realisierung. Inhaltlich orientiert man sich an thematischen Räumen.

Sehr offen: die frei begehbaren Räume des neuen Hauses der Geschichte in St. Pölten.  |  NOEN, PLANET architects

Der Zug steht längst auf Schiene, die Lok ist unter Dampf und aufhalten wird das Projekt Haus der Geschichte nichts mehr. Das war die Botschaft einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche. Landeshauptmann Erwin Pröll hatte sich zur Unterstützung Stefan Karner und Wolfgang Maderthaner, die Vorsitzenden des 92-köpfigen Fachbeirats, und Gerhard Abel, den Architekten der Innengestaltung, in das Landhaus nach St. Pölten geholt.

Die wichtigste Botschaft war wohl die nicht gesagte. Das Wiener Projekt eines eigenen Hauses der Geschichte war niemand auch nur einen Satz wert. Die Konkurrenz der Bundeshauptstadt scheint keiner zu fürchten.

Nach mehr als einem Jahr intensiver Vorarbeit sind nun alle Eckpfeiler für das künftige Museum in St. Pölten bereits gedanklich in den Boden getrieben. Ab Mai 2017 werden auf 3.000 Quadratmetern permanenter Ausstellungsfläche und im 600 Quadratmeter umfassenden Vertiefungsraum die sehr vielfältige Geschichte Niederösterreichs und seiner zentraleuropäischen Bezüge erzählt werden.

Schwerpunkt ab Mitte des 19. Jahrhunderts

Chronologisch wird der Blick bis zur ersten Besiedlung Niederösterreichs reichen, der Schwerpunkt liegt aber auf der Zeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Vertiefungsraum wird wechselnde Schwerpunkte haben; der erste gilt der Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1938.

Das gedankliche Konstrukt Raum dominiert das neue, ins ehemalige Landesmuseum hineingebaute Haus im Kulturbezirk. Auf der einen Seite gilt das für die Ausstellungsarchitektur, die keine streng chronologische Reihenfolge kennt, sondern die Menschen in offenen Raumstrukturen auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen will.

Die Räume bilden aber auch inhaltliche Schwerpunkte. Stefan Karner will Herrschaftsräume und Wirtschaftsräume, Kultur-, Ideen-, Flüchtlings- und Gewalträume zeigen.

Für den Umbau stehen 2,5 Millionen Euro bereit, für die Wissenschaft 500.000 Euro.

Dafür erwartet sich Landeshauptmann Erwin Pröll auch Erfolg. Einerseits wirtschaftlichen („die Zahl der jährlichen Besucherinnen und Besucher des Museums soll von 60.000 auf 100.000 steigen“), andererseits ideellen: „Ich möchte, dass Werte und Notwendigkeit der Demokratie stark betont werden.“