Erstellt am 28. September 2015, 05:02

von Petra Suchy

Habsburgs letzter Ritter. Mit 550 Pferden, 3.000 Komparsen und Stars von Johannes Krisch bis Tobias Moretti dreht Regisseur Andreas Prochaska derzeit im Land – auch auf Rappottenstein.

Um Liebe, Macht und mehr im Reich der Habsburger geht es im jüngsten TV-Projekt von Regie-Star Andreas Prochaska. Im Bild v. l.: Mark Zak (Matthias Corvinus), Alessandra Dietzel (Kunigunde), Tobias Moretti (Kaiser Friedrich III.) & Johannes Krisch (Haug von Werdenberg) beim Dreh auf Burg Rappottenstein.  |  NOEN, Milenko Badzic (ORF)
„Gladiator“, „Braveheart“, „Game of Thrones“ – Historienfilm-Fans kennen sie alle. Dass sich Regisseur Andreas Prochaska in seinem neuesten Filmprojekt „Maximilian: Das Spiel von Macht und Liebe“ nicht in hollywoodesken Schlachtenszenen verlieren kann, stört ihn nicht.

Er ist der Mann für atmosphärische Bilder und menschliche Abgründe, dem selbst Skeptiker spätestens nach seinem international preisgekrönten Alpen-Western „Das finstere Tal“ einen neuen Blickwinkel fürs Historien-Genre zutrauen dürfen.

„Außerdem wird’s nach der dritten Schlachtenszene sowieso fad. Alles schon gesehen“, findet der Purkersdorfer beim Pressegespräch auf Burg Rappottenstein, einem von 13 Drehorten in Niederösterreich.

International besetzte Liebesgeschichte

Die französisch-deutschsprachige Produktion mit internationaler Besetzung rund um Berlinale-Shooting-Star Jannis Niewöhner als Maximilian, Tobias Moretti, Johannes Krisch (aktuell als Jack Unterweger im Kino), aber auch Erwin Steinhauer und Fritz Karl soll dem renaissancezeitlichen Stoff um die Liebesgeschichte des Habsburgerkaisers Maximilian I. mit der Erbin des Burgunderreichs Maria, so Prochaska, eine „europäische Dimension geben, nicht die Habsburgergeschichte abfeuern.“

Vielmehr interessieren ihn menschliche Mechanismen, weniger die Kostüme ( auch wenn er sich mit einer 60-köpfigen Reiterszene einen Bubentraum erfüllt hat). Prochaska: „Es ist auch eine Coming-of-Age-Geschichte eines Monarchen.“

 Drehstart im Stift Zwettl

Mit 3.000 Komparsen, 550 Pferden und 100 Rüstungen ist die ORF-/ZDF-Produktion auch eine der aufwändigsten in Österreich – Team und Material werden in 20 Sattelschleppern von Set zu Set gekarrt. Um 2.30 Uhr früh beginnen die Aufbauarbeiten, die Hauptdarsteller verbringen zwei bis drei Stunden in der Maske, ehe um 8 Uhr die erste Klappe fällt.

„Wir sind wie ein Zirkus, haben das meiste mobil dabei“, sagt Gregor Schmalix, einer der beiden Produktionsleiter. Allein die Schauplatzsuche nahm ein Jahr in Anspruch, um der historischen Authentizität gerecht zu werden.

Drehstart war am 5. August im Stift Zwettl (französischer Hof), Drehschluss ist im Dezember, gesendet wird Ende 2016. Bereits abgedreht sind Szenen auf der Rosenburg (Gemächer) oder im Sacre Coeur in Pressbaum (Thronsäle). Warum Andreas Prochaska vor allem daheim fündig wurde? „Hier gibt’s einfach die schönsten Motive!“