Erstellt am 16. Juni 2016, 05:21

von Michaela Fleck-Regenfelder

"Ich mag Open Air!". Bryn Terfel, Bassbariton, mehrfacher Grammy-Gewinner und gebürtiger Waliser, im Gespräch mit Michaela Fleck.

Bryn Terfel, Bassbariton, mehrfacher Grammy-Gewinner und gebürtiger Waliser, im Gespräch mit Michaela Fleck.  |  NOEN, Sheila Rock/DG
NÖN: Diesen Donnerstag und Freitag singen Sie bei der Sommernachtsgala im Grafenegger Schlosspark. Was gibt's da zu hören?
Terfel: Einen Querschnitt aus dem Arienrepertoire und einige Duette – so kraftvoll und fesselnd wie immer, auch ohne die Opern dazu.

Vor neun Jahren, bei der ersten Sommernachtsgala am 22. Juni 2007, waren Sie schon einmal da – mit einem Wolkenbruch davor und Wagners „Abendstern“ danach. Wie war das damals? Wie wird das diesmal?
Ich habe es damals genossen. Und jetzt wird es nicht anders sein. Aber vielleicht kann ich diesmal versuchen, früher wiederzukommen – wenn sie mich wollen! In Grafenegg gibt’s Musik, frische Luft und Weinverkostungen – was will man mehr?

Singt es sich in frischer Luft leichter?
Ich mag Open Air. Das ist auch einer der Gründe, warum ich neun Jahren lang mein eigenes Sommerfestival in Nordwales hatte. Da hatten wir Regen, Sonne, Wind, Schnee… Und wir haben trotzdem durchgehalten!

Sie haben schon an allen großen Opernhäusern der Welt gesungen. Wie wichtig ist der Ort für die Musik? Wie wichtig das Publikum?
All das ist wichtig. Und ich muss mich immer wieder selbst daran erinnern, wo ich überall auftreten durfte und mit welch großartigen Musikern. Ohne deren Unterstützung wäre ich in der musikalischen Wüste.

Im Opernbetrieb gibt es in den letzten Jahren immer mehr große Stimmen, die nur mehr Liederabende singen oder nur mehr Meisterklassen unterrichten. Woran liegt das?
Ich würde meine Karriere sofort an den Nagel hängen, wenn ich nicht ein Künstler wäre, der gerne gebucht wird. Und wenn es mit meiner Stimme so gut weitergeht, ist alles im grünen Bereich. Ich hoffe, ich kann noch lange Konzerte singen – auch nach meinen 60ern!

Was wollen Sie noch verwirklichen?
Die „Winterreise“ und Cole Porter. Und ich glaube, dass Wales ein Konzerthaus haben sollte. Vielleicht wird der Traum ja wahr!