Erstellt am 03. Februar 2016, 06:48

von Thomas Jorda

Im Kampf gegen die Germanen. Carnuntum war zentraler Verteidigungspunkt gegen einfallende Germanen.

Große Stadt: Ruinen und Nachbauten in Carnuntum.  |  NOEN, TriVienna

Am Stein gelegen. Die Region um eine bis heute nicht zu lokalisierende Stadt der Kelten wurde vom römischen Historiker Velleius Paterculus als „Carnuntum, im Königreich Noricum gelegen“ bezeichnet. Anlass war der Zug des römischen Feldherrn und späteren Kaisers Tiberius gegen die Markomannen, der hier 6 nach Christus sein Winterlager errichtete. Der Name Carnuntum könnte direkt von der Keltensiedlung stammen. Das illyrische Wort karn bedeutet Siedlung am Fels oder am Stein.

Befestigtes Lager. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts wurde unter Kaiser Claudius von der XV.
Legion ein großes Lager errichtet, für das man den keltischen Ortsnamen übernahm. Das erste Lager wurde mit Erdwall, Palisaden und Holztürmen befestigt, bereits zwanzig Jahre später das Steinlager ausgebaut.

Zwei zentrale Straßen. Carnuntum lag an zwei der bedeutendsten Handelsrouten jener Zeit; einerseits an der von Nord nach Süd verlaufenden Bernsteinstraße, auf der kostbarer baltischer Bernstein in das Reich gebracht wurde, andererseits an der Donau, der wichtigsten Handelsroute von Ost nach West. Vor allem aber wurde Carnuntum zentraler Verteidigungspunkt gegen einfallende Germanen, aber auch Sammelpunkt für die römische Expansion in Richtung Norden.

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