Erstellt am 17. März 2016, 06:34

von Thomas Jorda

Imposante Ruinen: das Heidetor. Das Heidetor stand an der Kreuzung der Limesstraße mit der Bernsteinstraße.

Heidentor bei Carnuntum.  |  NOEN, APC

Riesengrab. Falsch geraten hatte man im Mittelalter, wer denn dieses beeindruckende römische Monument östlich von Wien errichtet hatte. Man vermutete heidnisches Volk, daher der Name Heidentor. Behauptet wurde auch, dass hier das Grab eines Riesen wäre. Tatsächlich fiel der Bau des Monuments um die Mitte des vierten Jahrhunderts, in die Zeit der Regierung von Kaiser Constantius II., der in Feldzügen gegen die Germanen siegreich blieb. Rom war längst christlich geworden.

Kaisermonument. Im Mittelalter war der aus vier, mit einem Kreuztonnengewölbe verbundenen Pfeilern bestehende Bau wohl noch vollständig erhalten gewesen – mit eine Höhe von 15 Metern und einer Fläche von 16,2 Metern im Quadrat. Sein Standort lag an einer Kreuzung der römischen Limesstraße entlang der Donau mit der nordsüdlichen Bernsteinstraße. Eine Durchfahrt war dennoch nicht möglich, den im Zentrum des Siegesmonuments von Constantius II. stand eine riesige Statue des Kaisers.

Resteverwertung. Durch jahrhundertelangen Steinraub vor allem der begehrten großen Quaderblöcke und noch mehr durch eine Sprengung mit Schwarzpulver (vielleicht im Türkenkrieg von 1529) kennen wir heute nur noch die – aber immer noch imposanten – Reste des Monuments. 

Nächste Woche: Carnuntums Ende