Erstellt am 26. April 2016, 05:54

von Verena Randolf

Ina-Alice Kopp: Star-Export aus St. Pölten. Die Schauspielerin aus dem Bezirk St. Pölten lebt in Hollywood und arbeitet in China.

Schauspielerin Ina-Alice Kopp arbeitet in Hollywood mit Stars wie John Malkovich oder Sarah Jessica Parker und spielte in der US-Erfolgsserie »Glee« eine Gastrolle. Außerdem studiert sie International Management in London. In zwei Wochen feiert ihr aktueller Streifen »TeamS4« in China Premiere.  |  NOEN, Ida E. Volta Photography
Sie lebt in Hollywood, arbeitet in China, ihr Herz ist dennoch in Niederösterreich. „Ich bin am Land außerhalb von St. Pölten aufgewachsen, in totaler Idylle – neben einem Wald, an einem Fluss, inmitten von Feldern“, erzählt Schauspielerin Ina Alice Kopp. „Ich spreche sechs Sprachen und bin auf drei Kontinenten tätig. Für meine Arbeit werde ich also immer reisen, aber zu Hause fühle ich mich eigentlich da, wo meine Kindheitserinnerungen sind. In Zukunft möchte ich wieder dahin zurück.“

Die 35-Jährige ist international erfolgreich, 2012 gewann sie für ihre Hauptrolle in einer 30-teiligen Serie den chinesischen „Emmy“. Demnächst dreht sie einen Film in Deutschland, außerdem koproduziert sie gerade einen Film in Hollywood, wo sie seit 2012 zuhause ist. „Der Kulturschock war – und ist nach wie vor – relativ heftig“, lacht die Schauspielerin. Dasselbe gilt auch für die Arbeit an chinesischen Sets. „Die sind notorisch chaotisch und es herrscht ein allgemeiner Mangel an Planung und Organisation. Während in der westlichen Welt Drehpläne viele Monate im Voraus feststehen, fallen Entscheidungen auf chinesischen Sets oft ad hoc.

Chaotische Arbeitsbedingungen 

Für die Schauspieler bedeutet das, dass sie immer anwesend sein müssen und jederzeit ans Set gerufen werden können, andererseits aber oft auch wochenlang im Hotel sitzen und warten. Ich bin oft schon tagelang in Maske und Kostüm in irgendwelchen Hotel-Lobbys gesessen – wie bestellt und nicht abgeholt.“ Sie lacht. „Als ich aber einmal beschloss, schlafen zu gehen, wurde ich um 3.30 morgens in die Maske gerufen. Solche Arbeitsbedingungen erfordern einen nahezu stoischen Gleichmut und Sinn für Humor – vor allem, wenn einem gleichzeitig Arbeit anderswo entgeht.“

An den harten Konkurrenzkampf in der Schauspiel-Branche hat sich Kopp schon gewöhnt. „Nichts für Dünnhäuter“, sagt sie. „Ich persönlich hatte Glück, habe die letzten Jahre aber auch sehr, sehr hart gearbeitet. Ich kann mir keinen Beruf vorstellen, wo man es schwieriger hätte. Es gibt so viele Faktoren, außerhalb des eigenen Einflusses, aber auch keinen, der aufregender und spannender wäre!“