Erstellt am 25. Mai 2016, 05:44

von Michaela Fleck-Regenfelder

Im Geiste Joseph Haydns. Beate Linke-Fischer, Ö1-Musikgestalterin und ehrenamtliche Vorsitzende der Hainburger Haydngesellschaft, sprach mit Michaela Fleck.

Beate Linke-Fischer  |  NOEN, privat

NÖN: Gerade feierte die Hainburger Haydngesellschaft Geburtstag, und zwar den 35. Gab es da Torten? Sekt? Gratulanten? Oder reicht da Haydns Musik, zum Feiern?
Linke-Fischer: Die Musik stand sicher im Vordergrund. Aber es gab auch Sekt & Gratulanten!

Bei Haydn denkt man ja in NÖ zuerst an Rohrau. Was verbindet Haydn mit Hainburg?
Linke-Fischer: Haydn hat in Hainburg als Bub von 1737 bis 1740 seine prägenden musikalischen Impulse bekommen. Er war hier in der Schule und hat seinen ersten Instrumentalunterricht erhalten. Außer der Haydngesellschaft, die 1981 gegründet wurde, erinnern heute die Haydn-Bibliothek, eine Büste, ein Brunnen und einige Gedenktafeln an den Komponisten.

374 Konzerte hat die Hainburger Haydngesellschaft seit 1981 veranstaltet. Wie war das erste? Und wie werden die nächsten?
Linke-Fischer: Das erste war am 23. Mai 1981. Und das erste Stück war Haydns Divertimento in Es-Dur, das wir auch beim Jubiläumskonzert als erstes Stück gespielt haben. Diese musikalische Verbindung war für mich entscheidend. Heuer ist auch bei jedem der neun Konzerte Haydn dabei. Und im Oktober ist wieder eine Haydn-Oper, „Il mondo della luna“, zu hören.

Musiziert wurde erst im Speisesaal der Tabakfabrik, seit 2008 dann in den Werkshallen der heutigen Kulturfabrik. Wie klingt das?
Linke-Fischer: Gut! Die Musikerinnen und Musiker sagen, sie kommen gerne wieder!

Viel klassische Musik gibt’s an der Donau noch immer nicht. Zumindest nicht so viel wie im Waldviertel oder in Niederösterreichs Städten. Wie war das vor 35 Jahren?
Linke-Fischer: Wir waren vor 35 Jahren definitiv die Ersten. So nahe am Eisernen Vorhang war kulturell nicht viel los. Die „klassischen“ Konzerte der Haydngesellschaft waren jedenfalls so besonders, dass sie sogar von Radio und Fernsehen aufgezeichnet wurden.

Was wollen Sie noch verwirklichen?
Linke-Fischer: Es gäbe viele, die ich gerne nach Hainburg holen würde. Aber die Liste wäre hier zu lang. Auf jeden Fall noch einmal das Weltklasse-Duo Igudesman & Joo – das wäre ein großer Wunsch!  www.haydngesellschaft.at