Erstellt am 04. Mai 2016, 05:54

von Michaela Fleck-Regenfelder

Abschied in Etappen. Bettina Hering, Dramaturgin, Regisseurin und seit 2012 Intendantin des St. Pöltner Landestheaters, sprach mit Michaela Fleck.

Bettina Hering  |  NOEN, Lukas Beck

NÖN: Am Freitag war Ihre letzte Premiere, in gut einer Woche ist die letzte Vorstellung. Und Ihren Abschied vom Landestheater haben Sie schon letzte Woche gefeiert. Wie war das?
Hering: Das war ein sehr schönes und sehr launiges Fest. Aber es war auch rührend, und ich musste mich zwischendurch disziplinieren …

Gestartet haben Sie Ihre letzte Saison ja mit einem „knackig grünen“ Programmheft. Und einem goldenen Motto. Sehr traurig klang das nicht … Oder gibt’s am Schluss, wie Sie zum Start gesagt haben, doch noch Tränen?
Hering: Es ist ja ein Abschiednehmen in Etappen! Und es war ein toller Geist, der heuer durchs Haus geweht ist. Da wir wussten, dass es unsere letzte gemeinsame Spielzeit ist, hat uns das sehr zusammengeschweißt.

Auch Ihre letzte Premiere war eine besondere. Nämlich die vierte Ausgabe des St. Pöltner Bürgertheaters, das Sie gegründet haben. Wie lief das? Und wie soll das weitergehen?
Hering: Das war mir ganz wichtig, weil ich daran geglaubt habe, dass wir die Türen noch mehr öffnen müssen. Das ist wunderbar aufgegangen. Das Bürgertheater ist ein Format, das ganz viel Potenzial hat. Wohin es gehen wird, das muss meine Nachfolgerin bestimmen.

Neu war zu Ihrem Einstand auch das Foyer im Landestheater, das Café und die Garderobe. Was braucht denn das Haus als Nächstes?
Hering: Das ist wie bei einem alten Haus, es hört nie auf! Was dem Landestheater fehlt, ist eine Probebühne, auch für die Werkstatt.

Regie haben Sie hier nicht oft geführt.
Hering: Das war ganz bewusst.

Sind die Salzburger Festspiele, wo Sie 2017 als Schauspieldirektorin beginnen, etwas, zu dem man ohnehin nicht Nein sagen kann? Und was haben Sie an der Traisen gelernt, was Sie auch an der Salzach brauchen können?
Hering: Überlegen muss man auf jeden Fall. Und ich hab’ lange überlegt. In St. Pölten hab’ ich wahnsinnig viel gelernt, was ich überall brauchen kann. Aber es ist auch eine ganz andere Aufgabe in Salzburg …

Was wollen Sie noch verwirklichen?
Hering: Ganz viel! Die Schublade ist gut gefüllt!