Erstellt am 05. Januar 2016, 05:53

von Thomas Jorda

„Ich hege keinen Groll“. Johannes C. Hoflehner, scheidet nach 16 Jahren als Intendant vom Theater Forum Schwechat. Im Gespräch mit Thomas Jorda berichtet er von Ursachen und Hintergründen.

Johannes C. Hoflehner  |  NOEN, privat

NÖN: Ihre letzte Inszenierung steht an: Ein Abschied mit Freude, Trauer oder Bitterkeit?

Hoflehner: Es wird eine Mischung sein, am meisten Freude, am wenigsten Bitterkeit, denn ich habe schöne Jahre an diesem Theater verbringen und es prägen können. Ich hinterlasse eine gute Bilanz.

Hinter Ihrem Abgang stehen auf der einen Seite die Schwierigkeiten mit der Bürokratie. Ist das wirklich so schlimm gewesen?

Hoflehner: Die Kulturabteilung des Landes hat mir bestätigt, dass wir der einzige Kulturbetrieb in Niederösterreich sind, der diese Menge an Prüfungs- und Berichtsaufgaben ausgefasst hat. Mit der Novellierung der NÖ Gemeindeordnung hat man einen Giftcocktail an Administrationspflichten für uns kleine GesmbHs geschaffen, den wir mit unseren beschränkten Ressourcen, mit drei Mitarbeitern im Büro, nicht leisten können. Dazu kommen noch das Prüfungsobligo des Rechnungshofs und viele Gesetzesänderungen, die letztlich bewirken, dass die Ressourcen von der Kunstseite in Verwaltung umgelegt werden müssen.

Auf der anderen Seite fühlen Sie sich von der Stadt zu wenig unterstützt …

Hoflehner: Es ist kein Gefühl, sondern Tatsache. Die Bürgermeisterin hat sich so entschieden, das muss ich akzeptieren. Ich hege keinen Groll. Wir haben uns nichts mehr zu sagen.

Wenn Sie zurückdenken: Was empfinden Sie als Höhepunkt Ihrer Arbeit in Schwechat?

Hoflehner: Es gab viel Aufregendes, zuletzt war ich mit unserer Eigenproduktion „Direktor Serenelli und das Schaugeschäft“ sehr glücklich. Die Komödie habe ich mit Olivier Lendl verfasst und hat uns den besten Saisonstart seit langem beschert.

Ihre Arbeit in Schwechat geht im Sommer zu Ende. Kann Sie nichts umstimmen?

Hoflehner: Nein. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und diese wohl überlegt. Außerdem ist es nach 16 Jahren auch Zeit für einen Wechsel.

Was werden Sie künftig machen?

Hoflehner: Eine Pause, um nachzudenken. Ich habe viele Ideen und Angebote, die
geordnet und bewertet gehören.