Erstellt am 03. Februar 2016, 04:53

von Michaela Fleck-Regenfelder

Eine neue Rolle. Christoph Dostal, Theater- und Filmschauspieler, Tänzer, Regisseur und gebürtiger Neunkirchner, im Gespräch mit Michaela Fleck.

Christoph Dostal  |  NOEN, Weller

NÖN: Vergangenen Dienstag wurde Wiener Neustadt als Standort der NÖ Landesausstellung 2019 bestätigt. Eine Woche vorher Christoph Dostal als Neuzugang für Wiener Neustadts Kulturarbeit vorgestellt. War das Zufall? Ist das (gutes) Timing?

Dostal: Der Moment könnte gar nicht besser sein. Die Landesausstellung ist eine unglaublich tolle Nachricht und eine wirklich historische Chance für die Stadt.

Was haben Sie für Wiener Neustadt vor?

Dostal: Ich will jemand sein, bei dem die Fäden zusammenlaufen, Berater oder künstlerischer Leiter. Ich möchte ein Straßenkunstfestival machen, ein Literaturfest, mit einem Poetry Slam speziell für Junge, ich möchte etwas in der Programmierung des Stadttheaters verbessern. Und ich stelle mir vor, dass Schüler Kurzfilme über ihre Stadt drehen. Gedacht ist das langfristig. Kulturarbeit geht ja nicht von heute auf morgen.

Viele Künstler gibt’s in der Kulturpolitik nicht.

Dostal: Mit der Politik hab’ ich nichts zu tun. Ich bin weit davon entfernt, ein Politiker zu sein. Was ich als Künstler mitbringe, sind 25 Jahre Erfahrung in verschiedensten Sparten, nicht nur in Österreich. Ich hab’ ja zwei Soloprogramme selbst produziert und bin damit auf Welttournee gegangen …

Sie spielen aber nicht nur Theater. Sie drehten mit Wolfgang Murnberger und mit Steven Spielberg & Tom Hanks. Und Sie leben auch in Los Angeles. Was hat der amerikanische Film, was dem österreichischen noch fehlt?

Dostal: Der österreichische Film ist das genaue Gegenteil eines Hollywood-Blockbusters. Da ist auch sein Platz. Ich glaube, dass der österreichische Film sehr gut dasteht. Dass ein Film nur über öffentliche Gelder finanziert wird, gibt’s in Amerika gar nicht!

Worum geht’s in Ihrem jüngsten Film, der gerade Weltpremiere hatte? Und wann kommt Ihr Regiedebüt über Bob Curtis ins Kino?

Dostal: „Win Win“ ist eine Satire über Geld und Gier. Österreich-Premiere ist im März. „I dance myself“ mache ich gerade fertig. Aber das ist eher fürs Fernsehen gedacht.

Was wollen Sie noch verwirklichen?

Dostal: Sicher wieder ein neues Solo – aber Wolf Haas mache ich keinen mehr!