Erstellt am 29. Oktober 2015, 07:07

von Thomas Jorda

Neues Museum für Krems. Friedrich Faulhammer, seit 1. August 2013 Rektor der Donau-Universität Krems, über gelebte Nachbarschaft.

„Der Standort profitiert!“ Rektor Friedrich Faulhammer. Reischer  |  NOEN, Reischer

NÖN: Ihre Universität und die Kunstmeile sind zwanzig Jahre alt. Wie gestaltet sich die Nachbarschaft?

Faulhammer: Wir haben, was die Zielgruppen betrifft, sehr ähnliche Interessen. Wir sind beide sehr weltoffen, offen für Neues und sehr interessiert am Austausch mit Menschen aus Nah und Fern. Kunst, Kultur und Internationalität sind Wesensmerkmale der Donau-Universität und der Kulturmeile. Da gibt es wirklich ideale Anknüpfungspunkte für beide.

Finden sich Kunst und Kultur auch in Ihrem sehr breiten Bildungsangebot?

Faulhammer: Das hat eine lange Tradition an unserer Universität. Seit unserer Gründung sind die Bereiche Kunst und Kultur in vielen Facetten für uns wichtig. Und seit Anfang Oktober gibt es eine Professur für museale Sammlungswissenschaften, die explizit und gezielt auch auf eine intensivere wissenschaftliche Zusammenarbeit mit den vielen Aktivitäten auf der Kunstmeile und perspektivisch natürlich auch mit dem neuen Museum ausgerichtet ist.

Sie selbst sind Jurist. Haben Sie da Zugang zur Kunst?

Faulhammer: Wenn man sich mit dem Thema Wissenschaft und Forschung beschäftigt, dann ist man auch als Jurist neugierig. Und ich glaube, dass ich diese Neugier auch dem Thema Kunst entgegenbringe.

Im Jahr 2018 wird das neue Museum eröffnet. Was denkt der Nachbar darüber?

Faulhammer: Es wird gerade auf dem Campus ein Neubau für die Karl-Landsteiner-Privatuniversität errichtet. Wir sehen Investitionen, ob in Wissenschaft und Forschung oder in Kunst und Kultur als zentrale Investitionen in die Zukunft, sowohl inhaltlich wie für den Standort Krems. Ich sehe das sehr positiv, wenn sich die Stadt Krems noch attraktiver entwickelt, weil das auch für unsere Studierenden interessant ist. Der Standort profitiert enorm von dieser zusätzlichen Aktivität, denn er wird attraktiver. Und wir haben konkret ein hohes wissenschaftliches Interesse an der Zusammenarbeit mit dem neuen Museum.

Manche Kremser machen sich wegen des Stadtbildes Sorgen um den Museumsneubau.

Faulhammer: Die Sorgen kann ich prinzipiell verstehen, aber ich denke, wir müssen die positive, attraktive Entwicklung aufzeigen, die durch den Neubau ermöglicht wird. Gerade auch am Tor zur Wachau. Krems ist, nicht zuletzt wegen der starken historischen Wurzeln, eine Zukunftsstadt. Aber natürlich ist es notwendig, mit den Sorgen der Bevölkerung gut umzugehen und sie in die Entwicklungsfragen einzubeziehen. Das gilt vor allem für die Verkehrslösung. Da haben auch wir größtes In-teresse an Entschleunigung und Verkehrsberuhigung. Immerhin haben wird derzeit rund 121 Studierende und 146 Mitarbeiter direkt aus der Stadt Krems.