Erstellt am 01. Juni 2016, 07:25

von Thomas Jorda

„Kasperl ist einzigartig“. Katharina Mayer-Müller, Leiterin und Gründerin der Mödlinger Puppenbühne (MÖP), im Gespräch mit Thomas Jorda über ihr Jubiläum.

Katharina Mayer-Müller, Leiterin und Gründerin der Mödlinger Puppenbühne  |  NOEN, zVg

NÖN: Sie feiern dreizehn Jahre MÖP. Was gibt’s da konkret zu bejubeln?
Mayer-Müller: Am 31. Mai um 16 Uhr feiert das MÖP Figurentheater gemeinsam mit seinen Puppenstars den 13. Geburtstag. Ich suche an diesem Tag mit dem Kasperl nicht nur seine Geburtstagstorte, sondern vor allem die alte Maibaumsäge. Außerdem bejubele ich die 3682ste Vorstellung und voraussichtlich den 145.000sten! Besucher, mein Team und alle MÖP-Förderer. Hoch die Gläser!

Dreizehn Jahre – haben Sie keine Angst vor der Unglückszahl?
Mayer-Müller: Für das MÖP ist die 13 eine Glückszahl. MÖP macht glücklich! Die Arbeit mit dem jungen Publikum ist ein einzigartiges Geben und Nehmen, das mir als Figurentheater-Spielerin immer große Freude bereitet.

Sie begehen das Jubiläum mit einer 13 Jahre alten Kasperl-Produktion. Ist die Figur des Kasperl immer noch aktuell?
Mayer-Müller: Der Kasperl ist den Menschen seit drei Jahrhunderten ans Herz gewachsen. Ihm kann und konnte niemand den Mund verbieten. Er sagt, was gesagt werden muss. Als Identifikationsfigur Nummer eins der Kinder ist er immer noch ein Held. Im MÖP, und das ist das Besondere, kann man ihn auch anfassen und mit ihm sprechen. Und wir entwickeln alte Bilder weiter und brechen Vorurteile und Grenzen. Unser Kasperl ist einzigartig.

Bringt das MÖP auch Produktionen für Erwachsene? Und was unterscheidet Puppentheater für Kinder und für Erwachsene?
Mayer-Müller: Das MÖP-Stückangebot umfasst 60 Stücke: klassisches Handpuppenspiel und modernes Figurentheater mit verschiedenen Figurenarten. Sogar historisches Papiertheater der Biedermeierzeit hat im MÖP seinen Platz, auch Stücke für Erwachsene. Die MÖP Figurentheaterkunst ist generell nicht unbedingt an eine Altersgruppe gebunden. Jeder nimmt das aus der Vorstellung mit, was er möchte.

Können Sie vom MÖP leben?
Mayer-Müller: Wir schenken den Figuren Leben und sagen deshalb: Lasset auch uns leben! Wir werden natürlich gefördert, 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaften wir aber selbst. Wenn auch der Puppenspielermagen manchmal knurrt, mache ich Theater mit Herz und aus Leidenschaft.