Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:07

von Michaela Fleck-Regenfelder

Ohne Direktorenschild. Reinhard Hauser, Schauspieler und Theatermacher, im Gespräch mit Michaela Fleck über Lebens- und andere Geschichten.

Reinhard Hauser, Schauspieler und Theatermacher  |  NOEN, Bock

NÖN: Diesen Donnerstag spielen Sie beim St. Pöltner Literaturfest „Blätterwirbel“ „Vincent van Gogh“. Was gibt’s da zu sehen?

Hauser: Ich habe in Frankreich, wo ich auch lebe, den Autor Jean O’Cottrell kennengelernt und sein Stück gesehen. Und jetzt tingel’ ich damit durch Österreich.

Wie bringt man einen Maler ins Theater?

Hauser: Vincent van Gogh steht auf der Bühne und erzählt von seinem Leben. Das ist alles. Aber dabei entsteht ein Bild, das völlig anders ist, als man es kennt …

Ungewöhnlich sind auch Ihre Spielorte, wie das St. Pöltner Stadtmuseum oder der Kremser Salzstadl. Wie wichtig ist der Raum?

Hauser: Ich brauch’ nichts. Für van Gogh hab’ ich nur eine weiße Leinwand, zwei Sessel und eine Farbkiste. Das ist auch nicht wichtig, es geht ja um die Geschichte.

Vor van Gogh haben Sie schon Oskar Werner, Ludwig Wittgenstein oder Kronprinz Rudolf gespielt. Was haben die gemeinsam?

Hauser: Eine Lebensgeschichte, das hat mich immer interessiert. Und ich musste auch aus der Not eine Tugend machen. Nachdem ich meinen Job als Theaterdirektor verloren hatte, war es schwierig …

Direktor waren Sie bis 2005 im damaligen St. Pöltner Stadttheater. Spielt es sich ohne Direktorenschild leichter?

Hauser: Ja. Mit einem Direktorenschild hat man eh keine Zeit zum Spielen. Ich will das auch nicht mehr. Das war vier Jahre lang so aufregend – und so zermürbend …

Wen bringen Sie als Nächstes auf die Bühne?

Hauser: Ich habe ein Projekt mit Zdenka Becker vor. Das werden wir im Herbst auf die Bühne bringen. Und im Sommer mach’ ich wieder eine Inszenierung in Sitzenberg.