Erstellt am 21. März 2017, 02:29

von Walter Fahrnberger

Islam-Schau soll Dialog fördern. Muslimische Kulturen in Österreich und das Von Walter Fahrnberger Zusammenleben der verschiedenen Religionen stehen im Fokus.

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Der künstlerische Leiter Kurt Farasin will mit den Ausstellungen auf der Schallaburg (Bezirk Melk) „immer am Zahn der Zeit sein“. Beim Thema der aktuellen Schau „Islam“ trifft er den Nagel auf den Kopf. Seitdem die Vorbereitungen vor drei Jahren begonnen haben, ist der Islam beinahe täglich in den Schlagzeilen – und das meist negativ behaftet mit Terror, Gefahr, Krieg und Flüchtlingskrise.

Die Kuratorinnen Lisa Noggler-Gürtler und Maria Prantl haben mit vielen Muslimen in Österreich Gespräche geführt und legen in der Ausstellung den Fokus auf Vielsichtigkeit: „Es gibt mehrere Perspektiven, die immer unterschiedliche Ebenen gleichzeitig betrachten.“ Damit wollen sie nicht nur mit Vorurteilen aufräumen. Die Schallaburg soll in den nächsten Monaten vor allem eine Plattform zum Dialog bilden – auch den kontroversiellen.

Diskussionen sind erwünscht

Knapp 20 Kulturvermittler – die Hälfte von ihnen mit muslimischem Hintergrund – werden bei Führungen täglich diese Diskussionen auch anregen. Gegliedert ist die Islam-Schau in acht Themengebiete. Das reicht vom Bereich „besprochen“, bei dem Bedeutung der Sprache untersucht wird, über gesellschaftliche und fiktive Grenzen im Bereich „begrenzt“, bis hin zu „beliebt“ in der Faszination des Orients.

Gezeigt wird unter anderem ein „arabisches Zimmer“ aus Wien, ein osmanisches Dirndl von der türkisch-österreichischen Designerin Canan Ekici sowie jüngste Zeitgeschichte von der Flüchtlingskrise 2015 oder die App „Muslime Pro“, die unter anderem durch den Ruf eines Muezzins an die Gebetszeiten erinnert. Auch ein Gebetsraum ist im Ausstellungsbereich eingerichtet. Zu sehen ist die Schau bis 5. November.