Erstellt am 15. Oktober 2015, 18:36

von Michaela Fleck-Regenfelder

Karl-Markus Gauß - Ein Liebhaber der Welt. Karl-Markus Gauß, Essayist, Autor und Herausgeber, im Gespräch mit Michaela Fleck über das Reden, das Schreiben & das Glück.

Karl-Markus Gauß, Essayist, Autor und Herausgeber, im Gespräch mit Michaela Fleck über das Reden, das Schreiben & das Glück.  |  NOEN, Foto: Kaindl

NÖN: Kommenden Mittwoch sind Sie beim St. Pöltner „Blätterwirbel“ zu Gast, der Sie mit einer Personale ehrt. Gibt’s da Literarisches? Kritisches? Persönliches?
Gauß: Diese drei Dinge kann man bei mir nicht so recht auseinanderhalten, sie gehören zusammen. Ich bin selbst gespannt, was dabei herauskommt, wenn andere einen Blick auf mein inzwischen doch recht umfangreiches Werk werfen.

Sie sind selbst auch ein begeisternder Redner, etwa bei der heurigen Eröffnung der Melker Barocktage. Was kann denn das Reden, was das Schreiben nicht kann?
Gauß: Ich habe beim Verfassen einer Rede ein Publikum und einen Ort vor mir. Beim Schreiben imaginiert man sich auch spätere Leser, aber es ist eine andere Vorstellung.

In Ihren Büchern kann man durch Metropolen streifen, Schattengewächse untersuchen, fast untergegangene Völker besuchen. Und: einen kritischen Blick auf die Welt werfen.
Gauß: Davon habe ich noch lange nicht genug, weil ich mich für die Welt interessiere. Ich bin ein Liebhaber der Welt. Darum finden sich in meinen Reisegeschichten immer auch Passagen, in denen ich vom Glück erzähle, die Renitenz kleiner Leute feiere, den schönen Augenblick.

Was braucht denn die österreichische Literaturszene derzeit am dringendsten?
Gauß: Ich glaube an etwas ganz Altmodisches. Ich glaube, dass Schriftsteller vor allem Leserinnen und Leser brauchen.

Was wollen Sie noch verwirklichen?
Gauß: Ich habe in meinem neuen Buch „Der Alltag der Welt“ gegen Ende eine kleine Liste all der Bücher erstellt, die ich noch schreiben möchte. Die Liste wächst ständig.