Erstellt am 05. April 2016, 10:05

von Susanne Müller

Kaserne aus Römerzeit. Wissenschaftler haben mittels Bodenradar die Fundamente der Gardequartiere des Statthalters entdeckt.

Die Römerstadt Carnuntum in Petronell ist um einen Fund reicher: Im Südbereich des Statthalterpalastes wurden per Bodenradar und Magnetfeldsensoren die Quartiere der Leibgarde des Statthalters entdeckt.  |  NOEN, UNBEKANNT (7REASONS/IKANT/LBI ARCHPRO)

Untersuchungen mittels Bodenradar haben in der Römerstadt Carnuntum zu einem neuen bedeutenden Fund geführt. Bei BadDeutsch Altenburg (Bezirk Bruck) entdeckten die Wissenschaftler des Ludwig Boltzmann Instituts die im Boden eingebetteten Fundamente der Quartiere der Leibgarde des Statthalters.

Die Kasernen grenzten den Untersuchungen zufolge direkt an den Statthalterpalast. Es ist damit erstmals im Gebiet des ehemaligen Römischen Reichs gelungen, den Sitz eines Statthalters und seiner Garde zu verorten.

Für Franz Humer, wissenschaftlicher Leiter in Carnuntum, ein „neues wissenschaftliches Highlight“, wie man es nach fast 170-jähriger Forschung nicht für möglich gehalten habe.

Für den Kulturtourismus ist dies ein weiterer wichtiger Impuls. Jüngst habe die Entdeckung der Gladiatorenschule die Bekanntheit Carnuntums massiv gesteigert. „Funde wie dieser stärken die interna tionale Bedeutung als ,Wiedergeborene Stadt der Kaiser‘“, betont Carnuntum-Geschäftsführer Markus Wachter.