Erstellt am 09. Dezember 2015, 13:22

von Thomas Jorda

Kein nettes Märchen. Das Haus wagt sich – zum ersten Mal in seiner Geschichte – an Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“. Regie führt mit Sebastian Reinthaller der Hausherr selbst.

Inga Lisa Lehr, ist in Baden die Erstbesetzung der Pamina, Christoph Filler, des Papagenos.  |  NOEN, Christian Husar
Exakt drei Jahre – noch bis 30. April 2017 – wird die Intendanz von Sebastian Reinthaller dauern; doch in der Kürze kann auch die Würze liegen. Und so hat er sich als Leiter des Stadttheaters Baden selbst mit zwei Inszenierungen großer Meisterwerke betraut. Das war Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“, und das ist „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Eine große Herausforderung für Orchester und Ensemble ebenso wie für den Regisseur.

Warum tut sich er sich das an? „Das hat drei Gründe. Erstens hatten Mozart und seine Frau enge Beziehungen zu Baden, das weltbekannte Ave Verum wurde in der Stadtpfarrkirche uraufgeführt. Zweitens gab es in unserem Haus noch keine eigene Produktion dieser Oper. Und drittens ist sie ein ideales Geschenk zu Weihnachten – für das Publikum und für alle, die sich damit beschäftigen.“ Viele glaubten, die „Zauberflöte“ sei bloß eine nette Märchenoper, aber da will er gegensteuern. „Ich möchte, dass sich im Märchenhaften die humanistische Botschaft der Oper widerspiegelt. Ich will zeigen, dass man sich den Humanismus erkämpfen muss, dass er nicht geschenkt wird, dass wir nicht den leichtesten Weg gehen dürfen.“

Jugendliche Frische und neue Entdeckungen

Den will er auch angesichts „der tendenziellen Frauenfeindlichkeit“ der Oper nicht gehen. „Ich will nichts verraten, aber ich habe eine überraschende Lösung und mache aus der Not eine Tugend.“ Dabei hofft er aufs Publikum: „Denn was mich immer kränkt: Wenn Menschen sich weigern, sich mit Neuem auseinanderzusetzen.“ Für das Bühnenbild ist Manfred Waba, der Magier St. Margarethens, zuständig und derzeit voll auf Zug. Das Ensemble protzt nicht mit großen Namen, sondern – auch das kein leichter Weg – mit jugendlicher Frische und neuen Entdeckungen.

Auch in Baden werden bekannte Stimmen – in Erst- und Zweitbesetzungen – zu hören sein. Katharina Melnikova, die wunderbare Adele des Sommers, singt die Königin der Nacht, Thomas Weinhappel den Papageno, Kerstin Grotian die Papagena, Bibiana Nwobilo, die Giuditta 2014, die Erste Dame und Morten Frank Larsen höchstpersönlich gibt den Sprecher. Premiere ist am 12. Dezember.        
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