Erstellt am 22. Februar 2016, 11:34

von Michaela Fleck-Regenfelder

Kleine Lügen und großes Lachen. Von Haderer bis Moliére und von Amstetten bis Krems reichen Niederösterreichs Kulturtermine der Woche.

Beijing Dance Theater  |  NOEN, Chen Lei
x  |  NOEN, Müller
Wozu der Jazz Talente braucht? Zum Weiterleben. Und zum Weiterspielen. Auch wenn es sogar in Niederösterreich einige gibt, die längst zu den Klassikern beim Jammen zählen. Die Mendt ist so eine. Die singt und singt und singt. Und wenn sie nicht gerade singt, dann sucht sie. Neue Talente nämlich. Die werden nicht nur gefördert. Die werden auch auf die Bühne geholt. Und dürfen sich dort nicht nur mit Marianne Mendts MM Band, sondern auch mit alten Hasen erproben. Zum Beispiel: Mit Herrn Gansch, seiner Trompete und seinen „Roses“, mit Herrn Stojka oder mit den Herren von Louie’s Cage Percussion. An den Drums mit dabei: der junge Purkersdorfer Schlagzeuger Michael Seyfried. Zu hören gibt’s all das beim heurigen MM Jazzfestival am 26. und 27. Februar ab 18 Uhr, in der St. Pöltner Bühne im Hof ( www.buehneimhof.at ).

Nicht jazzig, aber lustig wird’s am 27. Februar, wenn das Kremser Karikaturmuseum zur Vernissage seiner ersten, großen Personale im heurigen Ausstellungsjahr bittet. Für die hält sich Direktor und Kurator Gottfried Gusenbauer nicht mit Kleinigkeiten auf. Sondern zeigt lieber ganz Großes. Und zwar von Großmeister Gerhard Haderer. Der hat ja nicht nur kleine, fiese Heftchen gezeichnet. Der hat auch riesige, ironische Bilder gemalt. Und das auch in Öl. Gut 140 Originale des gebürtigen Leondingers sind in der Kremser Schau versammelt. Zu sehen sind die Cartoons und mehr bis 20. November. www.karikaturmuseum.at

x  |  NOEN, Haderer


Zurück zum Jazz. Den gibt’s bei Yuanyuan Wang auch. Aber nicht gespielt, sondern getanzt. Denn was die junge chinesische Choreografin mit ihrem Beijing Dance Theater auf die Tanzbühne bringt, das passt in keine Schublade. Und das passt erst recht nicht zu dem, was man in China unter traditionellem Tanz versteht. Wie das ausschaut, ist am 27. Februar im Festspielhaus zu sehen, wenn das Beijing Dance Theater Österreich-Premiere feiert. Und seine künstlerische Leiterin gleichzeitig das Finale ihres Aufenthaltes als Artist in Residence in St. Pölten. Zu sehen gibt’s Ausschnitte aus den beiden wichtigsten Choreografien der Kompanie, „The Nightingale and the Rose“ und „Farewell, Shadows“. Und: die Uraufführung einer neuen, in und für St. Pölten entwickelten Produktion. www.festspielhaus.at

Rosen hat Tartuffe zwar keine im Koffer. Schatten schon. Und Lügen erst recht. Denn der Prediger, der als Dauergast ins Haus von Familienvater Orgon einzieht, ist ein Heuchler vor dem Herrn. Und ein (selbst ernannter) Heilsbringer noch dazu. Kein Wunder, dass das nicht lange gutgehen kann. Und noch weniger Wunder, dass da Anleihen zu modernen Führern und politischen Verführern nicht weit sind. Als solchen hat der ungarische Regisseur Róbert Alföldi Moliéres Sittenbild auch in Szene gesetzt. Premiere ist am 27. Februar im St. Pöltner Landestheater (zu sehen bis 9. April, www.landestheater.net ).

Und vielleicht keine (großen) Lügen, dafür jede Menge Frechheit hat einer im Gepäck, der am 29. Februar auf der Bühne der Amstettner Pölz-Halle steht: der über 80-jährige Edek. „Chuzpe“ heißt das zugehörige, teilweise autobiografische Stück von New Yorks Erfolgsautorin Lily Brett. Das kommt als Gastspiel der Hamburger Kammerspiele ins Mostviertel. Und hat auf der Besetzungsliste eine, die man zwar auch vom Theater, vor allem aber vom „Tatort“ kennt: TV-Kommissarin Ulrike Folkerts. Sie spielt in „Chuzpe“ Edeks Tochter Ruth, Joachim Bliese den Edek. Mehr auf www.avb.amstetten.at

x  |  NOEN, Jorinde Gersina