Erstellt am 09. Mai 2016, 15:17

von APA/Red

Klöster setzen auf Kultur: "kunst.werk.statt" mit 14 Ausstellungen. Gemeinsame Sache machen 18 österreichische Stifte und Klöster sowie zwei in Deutschland und je eines in Tschechien und Ungarn: "kunst.werk.statt KLOSTER" heißt der neue Folder des Vereins "Klösterreich", den Abtpräses Christian Haidinger heute, Montag, in Wien präsentierte.

Im Stift Klosterneuburg begannen am Samstag die Landesfeierlichkeiten am Tag des hl. Leopold, des Landespatrons. Gleichzeitig wurde der Abschluss der Renovierungsarbeiten des Stiftes - im Jahr seines 900. Geburtstages - präsentiert.  |  NOEN, Michael Zechany
14 aufgelistete Ausstellungen sollen Lust darauf machen, Kunst und Kloster, Tourismus und Religion miteinander zu verbinden.

"Klösterreich" sei es wichtig, die verschiedenen Klöster zu vernetzen und ihre Aktivitäten zu koordinieren, sagte Haidinger, der seit 2006 an der Spitze des Vereins steht. Der Tourismus spielt hierbei aber auch eine wesentliche Rolle. Um diesen weiterzuentwickeln versucht man auch online präsent zu sein und sich an die moderne Welt anzupassen, ohne den Glauben dabei zu kurz kommen zu lassen.

Gelungene Beispiele für das Konzept, Klöster mit Kulturleben zu erfüllen, sei etwa die Ausstellung "Schau Ma amoi - Wirtschaft & Werte 2.0", bei der in Seitenstetten "die heutige Gesellschaft kritisiert" werde, so Kurator Gerhard Proksch. Von Benedikt von Nursia über Staatsvertrags-Kanzler Julius Raab, der dieses Jahr seinen 125. Geburtstag feiert, bis zum modernen Menschen führt die Auseinandersetzung, bei der mit diversen Installationen und Filmbeiträgen auf aktuelle Themen wie Konsumgesellschaft und Selbstoptimierung Bezug genommen wird.

Fotostationen und Gemälde im Stift Klosterneuburg

Das niederösterreichische Stift Klosterneuburg beschäftigt sich dagegen mit der Geschichte des österreichischen Erzherzogshuts, der vor 400 Jahren von Maximilian lll. gestiftet wurde, Fotostationen und Gemälde gehören dazu. Gottfried Fragner, Kulturleiter des Stifts, hofft, dass die bevorstehende Schließung des nahen Essl Museums nicht zu einem Besucherrückgang führen werde.

Weiters im Folder vertreten sind u.a. die Benediktinerstifte Admont, Altenburg, Kremsmünster, Göttweig, Melk, Pannonhalma und St. Lambrecht, das Prämonstratenserstift Geras, die Augustiner-Chorherrenstifte Herzogenburg und St. Florian, sowie die Zisterzienserstifte Waldsassen, Rein und Zwettl.

Auch die Universität Wien bringt sich mit einem Projekt ein. Zum fünften Mal wird im August in Altenburg im "Garten der Religionen" ein Sommerprogramm angeboten, das Christen und Muslime aus aller Welt zusammenführt. Alle Vorlesungen werden auf Englisch gehalten. Dabei hauptsächlich werden die unterschiedlichen Religionen vorgestellt und aktuelle Themen wie Integration behandelt. Bei erfolgreichem Abschluss dieser Sommeruniversität lassen sich Credit Points anrechnen.