Erstellt am 20. April 2016, 06:54

von Thomas Jorda

Konstanze Breitebner: „Nackt muss nicht sein“. Konstanze Breitebner, Schauspielerin (56), im Gespräch mit Thomas Jorda über ihre Rolle als „Calender Girl“ auf der Rosenburg.

 |  NOEN, Anna Stöcher

NÖN: Sie spielen im Sommer eines der sechs „Calender Girls“. Ein zentrales Thema ist das Älterwerden. Wie bewältigen Sie das?

Breitebner: Nur schwer, ich habe damit Probleme. Das Geschrumpel der Haut überall, dass gefällt mir überhaupt nicht. Dass ich für viele Dinge länger brauche, geht mir auch auf die Nerven. Dafür bin ich für bestimmte Blödheiten zu alt, das ist wieder angenehm. Ich passe jetzt mehr auf mich auf und komme immer mehr zu mir.

Bedauern Sie es jetzt, dass Sie kaum die jugendliche Liebhaberin gespielt haben?

Breitebner: Eigentlich nicht. Man muss da immer schwärmen und die Leidenschaft verstecken, aber die Sehnsucht hinausposaunen. Ich glaube, das war nie so ganz Meines.

Das „Calender Girl“, das sie darstellen, von dem wird gesagt, dass es sehr gut kocht …

Breitebner: Damit habe ich Probleme, ich bin einfach keine gute Köchin. Vielleicht auch, weil ich dafür zu wenig Zeit hatte. Ich glaube, wie beim Schauspiel muss man für das Kochen Talent mitbringen, und das habe ich nicht.

Große Sorgen bereitet Ihnen angeblich, dass Ihre Figur ausdrücklich vollbusig sein soll. Ist das tatsächlich ernst gemeint?

Breitebner: Das ist eine große Sorge, die ich habe. Ich muss mit dem Regisseur reden. Da bin ich nicht richtig besetzt.

Die alternden „Calender Girls“ ziehen sich für einen wohltätigen Zweck aus und produzieren einen Kalender. Wie haben Sie es bisher mit dem Ausziehen auf der Bühne gehalten?

Breitebner: Das kann ich wahnsinnig schwer beantworten. Das gängige Sprüchlein dazu ist: Wenn es zur Rolle gehört, dann muss es eben sein. Ich habe mich auf der Bühne ein paar Mal ausgezogen, aber wohl gefühlt habe ich mich dabei nie. Ich sehe das auch nicht gern. Nackt herumhüpfen, das muss für mich nicht sein. Bei uns wird es auch nicht um nackten Sex, sondern um verhüllte Erotik gehen.

Sie deuten Ihre Rolle als Tussi. Ist das nicht sehr entwertend?

Breitebner: Eine Tussi hat immer etwas Tragisches. So werden Frauen verächtlich genannt, die ihre Probleme bei der Kosmetikerin überspielen; traurig über eine Lebenslüge, dass sie etwas nicht geschafft, nicht erreicht haben.