Erstellt am 26. April 2016, 06:34

von Thomas Jorda

„Öffnet alle die Augen!“. Das „Kind“ hat endlich einen Namen. Jetzt muss es nur noch gebaut und mit einer Auswahl von über 60.000 Werken sinnvoll und niederschwellig bespielt werden.

Das neue Kunstmuseum Krems in einer computergestützten Ansicht. Die Baumreihe wird neu gepflanzt, der Himmel hoffentlich weniger trüb sein. Das kleine Bild zeigt das Logo des Hauses, hier in der hoffnungsvollen Farbe Grün. Bei jeder Farbe dabei: der Begriff »Sammlungen Niederösterreich«.  |  NOEN, ma.ma

Man soll Kinder ja nicht mit zwangskreativer Namensgebung überfordern. Insofern macht es Sinn, wenn die Landesgalerie, so der Arbeitstitel, nun Kunstmuseum Krems heißt – ergänzend zur Kunsthalle Krems, dem Karikaturmuseum Krems und der Kunstmeile Krems, an der alle drei liegen. Wem jetzt die Namen durcheinanderwirbeln, keine Sorge, das gibt sich.

Doch nicht nur der Name ist neu, sondern auch die Internetadresse ( www.kunstmuseum.at ) und das sechsseitige schräge Logo, das dem Grundriss des Museums nachempfunden ist – und wandlungsfähig in allen Farben strahlen kann.

60.000 Werke aus den Sammlungen des Landes

Christian Bauer, der künstlerische Leiter, hat zur Bespielung des Hauses satte 60.000 Werke aus den Sammlungen des Landes zur Verfügung, dazu kann er sich dank guter Kontakte bei betuchten Sammlern bedienen.

„Wir wollen unserem Publikum sinngemäß zurufen: Öffnet alle die Augen! Kommt zu uns ins Mu seum, hier gibt’s nicht den öden historischen Weg von der Vergangenheit in die Gegenwart, sondern einen sehr niederschwelligen Zugang, der allen Appetit auf Kunst macht.“

Das Wirtshaus neben dem Karikaturmuseum ist bereits abgetragen, die hübsche Allee an der Grenze zum Parkplatz wird bald gefällt, am 4. Juni gibt’s einen voluminösen Spatenstich unter Beiziehung der Bevölkerung, dann wird das Kunstmuseum der Vorarlberger Architektenbrüder „marte.marte“ hochgezogen. 35 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, das Haus soll im Dezember 2017 fertig sein und ab April 2018 mit einer Schau über Egon Schiele, dessen hundertster Todestag sich dann jährt, erstmals bespielt werden. Bis dahin ist auch die Kunsthalle, die im Sommer zusperrt, um 3,4 Millionen Euro restauriert. Und Krems’ Bürgermeister Reinhard Resch hofft auf den Fremdenverkehrsturbo: „Wir rechnen dann mit 160.000 statt bisher 100.000 Touristen.“