Erstellt am 02. Februar 2016, 06:48

von Michaela Fleck-Regenfelder

„Felgen und Flügel“. Wiener Neustadt ist Schauplatz von NÖs übernächster Landesschau. Und soll um „mindestens“ 25 Millionen Euro revitalisiert und weiterentwickelt werden.

Aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammen die Wiener Neustädter Kasematten. Munition wurde hier gelagert, Hopfen und Malz, Eisblöcke und Gärtnerzubehör. 2019 sollen die Steingewölbe, die zuletzt als Veranstaltungslocation dienten, einer der Standorte von NÖs Landesausstellung sein.  |  NOEN, Franz Baldauf

Bis jetzt gibt es nur einen Arbeitstitel. Aber: „Wir fangen ja erst an“, sagt Kurt Farasin, Geschäftsführer von Niederösterreichs Landesausstellungen.

„Füße a Felgen a Flügel“ soll die übernächste heißen. Die hat zwar noch keinen Eröffnungstermin. Dafür aber seit vergangener Woche einen Standort: Stadt und Land Wiener Neustadt.

Ein „spannender Auftrag“ ist das für Kurt Farasin. Eine „große Chance“ für Klaus Schneeberger, seit 2015 Bürgermeister von Wiener Neustadt. „Wir haben ein großes, aber kein einfaches Erbe angetreten“, konstatiert Schneeberger. Und hat sich nicht nur für sein Sanierungsprogramm, sondern auch für die Landesausstellung ehrgeizige Ziele gesteckt. Ein „Trendsetter“, ein „NÖ-Modell“ will man werden. Und: „Ich möchte der Stadt wieder jene Stärke und jenen Stolz zurückgeben, die sie verdient.“

Themen Mobilität, Bewegung und Verkehr

Stärke und Stolz gab es schon früher in der Babenbergerstadt am Fuße der Wiener Alpen. Kaiserresidenz war sie für die Habsburger, Grenzstadt zu Ungarn, im Krieg meistzerstörte Stadt Österreichs. Das erste Flugfeld der Monarchie lag in Wiener Neustadt, das Zentrum des Lokomotivenbaus mit den Raxwerken, der Sitz der Auto- und Motorenkonstrukteure von Austro Daimler – und das heutige High-Tech-Projekt MedAustron.

All das will man auch im Zuge der Landesausstellung zeigen, mit den Themen Mobilität, Bewegung und Verkehr als „rotem Faden für die ganze Region“, so Landeshauptmann Erwin Pröll. „Mindestens 25 Millionen Euro“ sind an Investitionen geplant – von Land, Bund, Stadt und EU. Bespielt werden sollen 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, und zwar an zwei Standorten: den historischen Kasematten in der Wiener Neustädter Innenstadt, und dem im ehemaligen Dominikanerkloster beheimateten Stadtmuseum, gemeinsam mit der als Museumsraum genützten Klosterkirche St. Peter an der Sperr.

Ausstellung nicht nur in der Vitrine

Die Entwicklung der Stadt soll in den Kasematten thematisiert werden, die man als Kultur- und Tourismuszentrum weiterentwickeln will. Die Zukunft der Stadt und die Entwicklung des Landes sollen im Stadtmuseum im Mittelpunkt stehen, das man revitalisieren und künftig auch für Workshops nutzen will.

Daneben will man die Region entlang dreier thematischer Achsen in die Landesschau einbinden: Die Kulturachse soll zu Rax und Semmering führen, die Kulinarikachse zur Buckligen Welt und zur Wechselregion, die Naturachse zum Schneebergland. „Das ist uns schon im ‚Ötscher:Reich‘ gelungen, dass wir eine Ausstellung nicht nur in der Vitrine gemacht haben“, meint Kurt Farasin. Und will auch in Wiener Neustadt „mit der Kultur wieder eine Bühne schaffen“.

Das will auch die nächste Landesschau. Die startet nicht erst 2019, sondern im April 2017. Und widmet sich in Schloss Pöggstall dem Thema „Alles, was Recht ist“.

www.noe-landesausstellung.at