Erstellt am 16. Juni 2016, 09:03

von Thomas Jorda

Leopold II. - schön und erfolgreich. Der Schöne. Ob er tatsächlich so hübsch war, dass er den Beinamen "der Schöne" verdient hat, wissen wir nicht.

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Auch nicht, ob seine liebe Gattin Itha tatsächlich nach seinem Tod "einen edlen Muselmanen" zum Vater ihres achten Kindes machte. Aber egal, Markgraf Leopold II. der Schöne (1051 bis 1095, Herrscher ab 1075) war eine spannende Figur der österreichischen Geschichte. Er hatte sehr oft Streit – und blieb dabei doch meistens erfolgreich.

Der Kämpfer

Im Investiturstreit zwischen König und Papst schlug er sich auf die Seite des Papstes. Bischof Altmann von Passau zuliebe, der 1083 das Stift Göttweig gründete und 1089 Melk den Benediktinern gab.

Die Papsttreue kostete Leopold fast die Ostmark. Sein Heer ging in der Schlacht von Mailberg am 12. Mai 1082 gegen Herzog Wratislaw von Böhmen vollständig unter. Er selbst konnte gerade noch fliehen.

Der Sieger

Wratislaw war ein Parteigänger des Königs. Heinrich IV. hatte ihm wohl die Mark versprochen, doch der Böhme eroberte sie nicht. Dass die Menschen im nördlichen Niederösterreich schwere Verwüstungen und Hungersnöte zu erdulden hatten, galt als Kollateralschaden.

Leopold verlegte seine Residenz nach Gars am Kamp, wurde aber in Melk begraben. Er hatte sechs Töchter und einen Sohn.


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