Erstellt am 16. März 2016, 06:54

von Verena Randolf

Lotte Tobisch: „Neunzig“ ist das neue „Siebzig“. Die 90-jährige Schauspielerin über ihre Liebe zum „Theater“ und Niederösterreich.

Die letzte Salondame Österreichs: Lotte Tobisch lebt zwar seit Jahrzehnten am Wiener Opernring, verbringt ihre Freizeit aber gerne in Baden.  |  NOEN, ORF

Mit einem: „Sie sehen toll aus, keinen Tag älter als 70!“ kann man Lotte Tobisch keine Freude machen. „Pfff, siebzig! Das ist ja auch schon uralt“, lacht sie. „Obwohl …! Einmal noch siebzig sein, das wär’ schon schön!“

Am 28. März hat die letzte „Grand Dame“ Österreichs ihren 90. Geburtstag. Und das will gefeiert werden. Nicht unbedingt von Tobisch selbst, aber wie es scheint, vom Rest der Welt. „Mir kommt das ja ganz komisch vor“, sagt sie, „dass da so ein Theater um diesen Geburtstag gemacht wird. Der wird doch unverhältnismäßig groß gefeiert, wirklich ein riesen Theater!“

Doku über das Leben der Wienerin

Und das stimmt: Am 21. März zeigt der ORF in der Sendung „Kulturmontag“ eine Doku über das Leben der Wienerin, demnächst erscheint ihr neues Buch, im „Ronacher“ findet eine eigene Matinee statt und Tobisch gibt pausenlos Interviews. Mittendrin schreibt sie seit Kurzem eine Kolumne: „Stellen Sie sich das vor! Mit 90 fang’ ich einen neuen Job an!“

"Beim Walzertanzen wird mir schlecht"

In Wirklichkeit macht ihr das „Theater“ Spaß: „Ich habe immer alles, was ich gemacht habe, gerne gemacht. Das sage ich immer, wenn mich wer fragt, was mein Geheimnis ist.“ Ein Herzensanliegen ist Tobisch auch der Verein „Künstler helfen Künstlern“, der in Baden das „Hilde-Wagner-Heim“ betreibt. Seit Jahren ist Tobisch Präsidentin des Vereins: „Nachdem klar war, dass ich den Opernball nicht mehr organisiere, wurde ich gewählt“, erzählt sie. 15 Jahre Opernball waren ihr genug: „Vor allem, weil ich selbst absolut keine Ballgeherin bin, beim Walzertanzen wird mir schlecht.“

Dass sie durch ihr Engagement öfter Grund hat, nach Baden zu fahren, kommt ihr entgegen: „Baden ist mir wohlbekannt und ich mag die Stadt sehr gerne“, sagt sie, „überhaupt liebe ich Niederösterreich sehr. Das Land ist in den letzten Jahren wirklich ein Schmuckstückerl geworden!“