Erstellt am 12. Januar 2016, 04:28

von Michaela Fleck-Regenfelder

Männer, Motoren und andere Feierlichkeiten. Das Kremser Karikaturmuseum wird heuer 15 und startet diesen Samstag die Motoren - für die erste, automobile Karikaturenschau .

Von 1955 bis 2015 reichen die Karikaturen, die ab 16. Jänner in Krems zu sehen sind. Eine der jüngsten stammt von Jürgen Janson - und heißt »Volles Programm«.  |  NOEN, Janson; Sokol Privatstiftung

"Feiern könnte man immer was!" Lacht Gottfried Gusenbauer. Aber: 2016 gibt es auch jede Menge gute Gründe. Erst recht für Niederösterreichs nach wie vor einziges Karikaturmuseum. Zum Beispiel: Das Automobil wird heuer 130. Gerhard Haderer wird 65. Rudi Klein wird auch 65. Und das Haus an der Kremser Kunstmeile? Das wird Ende September 15.

„Da werden wir auch ordentlich feiern“, verspricht Karikaturmuseums-Direktor Gottfried Gusenbauer. Wie, das wird erst geplant. Mit wem, das ist dagegen schon fix. Und das gleich fürs ganze Jahr.

"Kult auf 4 Rädern"

Der erste Geburtstagsgast hat vier Räder. Parkt sich schon diesen Samstag im Ironimus-Kabinett ein. Und hat jede Menge Kult im Kofferraum. Denn: Nach der Friedenstaube 2014 und dem Fernseher 2015 ist 2016 das Automobil an der Reihe. „Kult auf 4 Rädern“ heißt die zugehörige Themenschau.

Und die fängt, rein kulturhistorisch gesehen, bei Carl Benz und seinem ersten Motorwagen anno 1886 an und hört erst beim VW-Skandal anno 2015 wieder auf. Rund 50 Comics und Karikaturen hat man dazu im Erdgeschoß des Karikaturmuseums versammelt, von Wilfried Zeller-Zellenbergs Staatskarosse aus 1955 oder Paul Floras „Sportwagen für einen älteren Damenfreund“ aus 1957 bis zu Jean Génies und Christian Feichtingers „Google-Hupf“ aus 2015.

Dazwischen hängt Automobiles von Christian Denayer und André Franquin, von Erich Sokol und Gerhard Haderer, von Rudi Klein und – als einziger Zeichnerin – von Margit Krammer. Und zwei Autos von Ironimus gibt’s im Ironimus-Kabinett ab Samstag auch zu sehen.

Viele Werke aus Privatbesitz

Viele der gezeigten Werke stammen aus Privatbesitz („mit der Handvoll von Comic-Sammlern, die es gibt, wollen wir auch in den nächsten Jahren zusammenarbeiten“), wie die seltenen Original-Comics aus Rochus Kahrs „comic-car collection“, andere aus Niederösterreichs Landessammlungen. Und eine kleine Auswahl von nicht gezeichneten, sondern „echten“ Modellautos findet sich ebenfalls in der Schau – aus einer privaten Sammlung.

Was es im Jubiläumsjahr noch zu sehen gibt? „Wunderbare Großformate“ und eine umfassende Personale („wir werden auch die Puppen von maschek, die sie entworfen haben, zeigen“) zu Gerhard Haderer (ab 28. Februar). Neues und Altes aus der Welt des Rudi Klein („das ist sozusagen das Gegenprogramm zu Gerhard Haderer“ – ab 27. November). Und ebenfalls ab November „gehen wir endlich das Thema Manga an“, mit der deutschen Manga-Zeichnerin Inga Steinmetz als Artist in Residence in der Kremser Kunstmeile. Und 2017? Wird, wie schon ab Juli in der Kunsthalle, voraussichtlich umgebaut. „Wir“, sagt der Direktor, „wir haben bis Ende 2016 sicher offen.“
 


www.karikaturmuseum.at