Erstellt am 26. November 2013, 12:00

von Verena Randolf

Marcus Strahl: Wie man das Feuer am Lodern hält. Von Verena Randolf „Das Ganze ist eine Schweinerei auf hohem Niveau“, erzählt Regisseur Marcus Strahl. „Pikant und frivol, aber nie zotig.“ Nach Einspielvorstellungen in Baden und Wiener Neustadt feiert der Sohn von Waltraut

Als Kind besuchte er ein Internat in Pressbaum, sein erstes Schauspiel-Engagement hatte er in St. Pölten und 2014 ist er zum zehnten Mal Intendant in Weißenkirchen: Schauspieler und Regisseur Marcus Strahl mit Pudeldame Puppi. Foto: Marschik  |  NOEN, Erich Marschik

Von Verena Randolf

„Das Ganze ist eine Schweinerei auf hohem Niveau“, erzählt Regisseur Marcus Strahl. „Pikant und frivol, aber nie zotig.“ Nach Einspielvorstellungen in Baden und Wiener Neustadt feiert der Sohn von Waltraut Haas und Erwin Strahl am Donnerstag an der Schaubühne Wien Premiere mit seinem neuen Stück „2, 4, Sex“.

Gattin spielt die männerfressende Powerfrau

Es geht um Seitensprünge, Treue, Partnertausch und die große Frage, wie man das Feuer in seiner Beziehung am Lodern hält. „Überraschende Wendungen und verhängnisvolle Affären inklusive!“

Ein netter Zusatzaspekt: Leila, seit 21 Jahren die Ehefrau an Strahls Seite, spielt in dem Stück die männerfressende Powerfrau. „Wir können Arbeit und Privates Gott sei Dank sehr gut voneinander trennen“, meint der Regisseur.

Angst vor ungeahnten Vorlieben, die während der Arbeit an einem derart intimen Stück auftreten könnten, hat er nicht.

„Keine Eitel-Wonne-Beziehung“, aber glücklich

Dafür kennen sich die beiden zu gut. „Wir verbringen sehr viel Zeit miteinander, weil wir ja zusammen leben und arbeiten. Und da fliegen schon mal die Fetzen. Wir haben keine Eitel-Wonne-Beziehung, aber ich bin sehr glücklich, so wie es ist.“

Gerade dass sie sich so häufig sehen, macht für Strahl seine Ehe erst spannend: „Da gibt es dann mehr Reibflächen“, lacht er. Auch der potenzielle Stress-Faktor „Schwiegermutter“ spielt bei den beiden keine Rolle: „Leila hat sich mit meinen Eltern von Anfang an sehr gut verstanden. Vor allem mit meinem Vater.“

Eine Gemeinsamkeit zwischen dem seit zwei Jahren verstorbenen Schwiegervater und Leila: „Beides kritische Beobachter. Die haben immer ehrlich gesagt, was Sache ist, wenn ihnen etwas nicht gefallen hat.“

Im Sommer bringt Strahl Hofmannsthal nach Weißenkirchen

„Ganz im Gegensatz zu meiner Mutter,“ schmunzelt er, „die ist keine gute Kritikerin, weil ihr meine Arbeit grundsätzlich immer gefällt, das kann man ihr als Mutter aber auch nicht verübeln.“

Nächste Gelegenheit, Kritik zu üben gibt es – nach „2, 4, Sex“ – im Sommer. Bei den Wachau-Festspielen wird sich Strahl zu seinem zehnjährigen Jubiläum als Intendant ein ganz besonderes Geschenk machen: „Ich werde Hugo von Hofmannsthal nach Weißenkirchen bringen und den ,Jedermann’ spielen; als reichen Weinbauern mit Wachauer Dialekt.“