Erstellt am 21. März 2017, 02:24

von Michaela Fleck-Regenfelder

Herzen, Kriege, Kronen. Zum 300. Geburtstag wird Maria Theresia gleich in vier Ausstellungen gefeiert – davon zwei ganz intime und ganz innovative in den Schlössern Hof und Niederweiden.

Frisch gekrönt: Maria Theresia als perlenbestickter König (!) von Ungarn, zu sehen im „Krönungszimmer“ in Schloss Hof.   |  BMobV/Edgar Knaack

Kaiserin war sie zwar keine – auch wenn sie sogar selbst mit „Kaiserin“ unterschrieben hat. Und doch war sie die erste Frau (auf dem europäischen Festland) mit gleich zwei Königskronen, einem Erzherzogshut und einem kaiserlichen Erbe.

Grund genug, Maria Theresia von Österreich zum 300. Geburtstag am 13. Mai eine (bundes-)länderübergreifende Jubiläumsschau zu widmen. Und die „Erste Dame von Europa“ als „Strategin“, als „Reformerin“, aber auch als „Mutter“, so auch die drei Untertitel der Schau, zu würdigen. Und das nicht an einem, sondern gleich an vier Ausstellungsorten.

Die liegen, neben dem Hofmobiliendepot in der Wiener Andreasgasse und der Wagenburg im Schloss Schönbrunn, im Marchfeld. Dort, wo Maria Theresia „Luft geschöpft“ und ihre Sommer verbracht hat. Wo sie einen zweiten Stock aufs Prinz-Eugen-Schloss und eine Brücke über die March hat bauen lassen, wo sie Stuckdecken entfernen und Stoffwände bespannen hat lassen, wo sie ihre Lieblingstochter in der hauseigenen Kapelle verheiratet hat und wo sie um ihre große Liebe in einem von ihr ganz schlicht in Grau und Weiß, aber auch da höchst fortschrittlich (mit einer der ersten Zimmertoiletten) eingerichtetem Witwen-Appartement getrauert hat.

„Das ist kein Museum, in dem man eine Ausstellung zeigt“, stellt Birgit Lindner fest, die sich um die heutigen Gäste von Schloss Hof und Schloss Niederweiden kümmert. „Das hat eine Aura!“

Und die spürt man auch in der behutsam gestalteten und mit Baldachinen, Seidenvorhängen und rotem Samt ausgestatteten Ausstellung, die in Schloss Hof Maria Theresias „Bündnisse und Feindschaften“ beleuchtet. Die beginnen mit einer Abschrift der Pragmatischen Sanktion und hören mit der prächtigen Königskrönung zu Pressburg noch lange nicht auf. Dazwischen finden sich kleine, zarte Medaillons, liebevolle Familienporträts und elegante Falknertaschen, aber auch mannsgroße (Papp-)Soldaten mit Bajonetten und eine Amputationssäge mit Ebenholzgriff, gefolgt von Säbeln, Flinten, einem Zimmer voller Feldherren und einem blutroten Tischtuch für den Frieden.

Im benachbarten Jagdschloss Niederweiden, wo man sich Maria Theresias „Modernisierung und Reformen“ widmet, kann man sich dagegen gleich in eine der engen, hölzernen Schulbänke setzen und Schönschreiben üben, Hofdekrete und Seuchenordnungen lesen oder den Herren Kaunitz, Sonnenfels und Van Swieten ins Auge blicken.

Zu sehen bis 29. November, Infos: www.mariatheresia2017.at

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