Erstellt am 28. September 2015, 12:49

von Verena Randolf

Matthias Franz Stein: Kein Papa-Söhnchen. Da war dieses Haus in Riegersburg, im westlichsten Zipfel Hollabrunns. Am Waldrand, kein Geschäft, total abgeschlagen. „Und ich habe mich sofort verliebt!“, erzählt Schauspieler Matthias Franz Stein.

Schauspieler Matthias Franz Stein ist nach seinem Urgroßvater Matthias Franz Steinhauer benannt. Sein Künstlername verrät mit Absicht nichts über seine prominente Familie.  |  NOEN, Foto: Eva Mayer
„Das war genau, wonach ich gesucht habe. Ich wollte einen Ort, an dem es einfach ruhig ist. Weg von dem Lärm und dem Trubel in Wien.“ Vor fünf Jahren kaufte er das Häuschen und lebte fortan in der Einschicht. Aber nur ein Jahr. „Dann wurde es mir zu viel!“, lacht er. „Dann musste ich einfach zurück. Im Herzen bin ich Städter, ich bin in der Stadt aufgewachsen und am Ende wogen die Gründe zurückzugehen einfach schwerer.“

Mit ausschlaggebender Punkt, das Leben in der Einöde aufzugeben: sein fixes Engagement am Theater in der Josefstadt. Seit 2012 gehört Matthias Franz Stein zum Ensemble des Hauses. Er spielt dort gemeinsam mit seinem Vater: Erwin Steinhauer. Dass aus dem „Steinhauer“ im Nachnamen ein kurzes „Stein“ wurde, hat einen einfachen Grund: „Österreich ist so klein, Freunderlwirtschaft ist so wichtig … ich wollte vor allem in meiner Anfangszeit zeigen, dass ich das auch ohne einen berühmten Nachnamen schaffe. Mein Vater hat das verstanden, die Namensänderung passierte im Einklang mit ihm, das war schon okay!“, sagt er.

In St. Pölten erstmals mit Vater auf der Bühne

Immer wieder stehen die beiden zusammen auf der Bühne. „Das erste Mal gemeinsam gespielt haben wir im Landestheater in St. Pölten im ,Bockerer‘“, erinnert sich der 35-Jährige. „Damals hatten wir eine Art ,Tabula Rasa‘-Gespräch im Vorfeld, das hat sehr geholfen. War auch für unsere Beziehung wichtig, weil ich meinen Vater nicht mehr nur als ,Vater‘, sondern auch als Mensch wahrgenommen habe. Wenn wir jetzt gemeinsam auf der Bühne stehen, fühle ich mich wahnsinnig wohl, das ist ein sehr vertrautes Gefühl.“

Neben seinen Projekten in der Josefstadt – aktuell steht der zweifache Vater in fünf Stücken auf der Bühne – arbeitet Stein an seinem ersten Kabarettprogramm mit Namen „Jenseits“. Ab Frühjahr 2016 sollen die ersten Vorstellungen stattfinden, große Aufgabe davor: ein Gastauftritt an der Seite von Schauspielerin Hilde Dalik in der ORF-Erfolgsserie „Die Vorstadtweiber“.