Erstellt am 30. August 2016, 06:00

von Michaela Fleck-Regenfelder

Mit Leib und Seele. Matthias Klissenbauer, Sänger, Gitarrist und eines von vier Mitgliedern der Gruppe bratfisch, sprach mit Michaela Fleck.

 |  NOEN, Thomas Hastik

NÖN: Diesen Samstag spielen Sie in der „Nachspielzeit“ von Herzogenburgs Kindersommerspielen auf. Was gibt’s da zu hören?

Matthias Klissenbauer: Wir haben ein Programm vor allem mit Liedern unserer CDs „Unter Wasser“ und „Aus heiterem Himmel“ zusammengestellt, wobei auch ein paar Stücke dazukommen werden, die neu und noch gar nicht veröffentlicht sind.

Im NÖKISS-Programm steht ja „Konzert für die Großen“. Für wen machen Sie Musik?

Für uns war es immer interessant, dass unsere Musik wirklich bei Alt und Jung ankommt. Aber eigentlich machen wir die Musik nur für uns selbst!

Der Bandname bratfisch klingt ja mehr nach Fiaker-Liedern als nach Bossa Nova.

Die Frage, wie es zu unserem Namen kommt, funktioniert offenbar, um eine gewisse Neugier zu erwecken. Wienerlied-Kenner erinnern sich natürlich an Josef „Nockerl“ Bratfisch, den Leibfiaker des Kronprinzen Rudolf. Gleichzeitig wollten wir nicht den Eindruck erwecken, dass wir nur traditionelles Repertoire spielen.

Einen „Herrensee-Landler“ und einen „Krems“-Walzer gibt’s auf dem jüngsten Album „Aus heiterem Himmel“ auch. Wie kommt ein bratfisch ins Waldviertel? Und muss das Wiener Lied auch mal aufs Land?

Gut erkannt, diese Titel entstanden anlässlich eines Auftritts beim Schrammelklang-Festival in Litschau vor einigen Jahren. Die Wienermusik muss nicht nur aufs Land, sondern kommt auch zum Teil von dort. Kein Wunder, dass auch die Niederösterreicher mit bratfisch immer viel anfangen konnten, ob in St. Pölten, Mödling, Niederkreuzstetten, Wolkersdorf, Wr. Neustadt, Hollabrunn, Retz oder Litschau, um nur einige zu nennen.

Neue Wiener Musik machen seit einigen Jahren auch andere recht erfolgreich, von den Strottern bis zu Federspiel. Woran liegt das?

Gerade in Zeiten, in denen es so leicht geworden ist, Musik „aus der Dose“ zu hören, ist bei unserer Musik ein starkes Live-Erlebnis möglich. Und man merkt, wie viel es ausmacht, Musikern zuzuhören, die mit Leib und Seele bei der Sache sind.
www.bratfisch.or.at