Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:27

von Thomas Jorda

Die maritime Vergangenheit Niederösterreichs. Lange war Niederösterreich von Meeren bedeckt, beginnend vor fünfhundert Millionen Jahren, endend vor acht Millionen Jahren.

Fossile Wandermuscheln, knapp 50 Millionen Jahre alt. Fundort: Hennersdorf bei Mödling.  |  NOEN, Archiv

Prägend war die so genannte Paratethys, deren zentraler Teil sich von Bayern bis zu den Karpaten zog und die u. a. für die Bildung des Wiener Beckens verantwortlich ist. Reste dieses Urmeeres finden sich im Molassebecken, das quer durch Niederösterreich führt. Eine Ablagerung von Meer und Urdonau, die einst zehn Kilometer nördlicher floss, ist der Wagram, mit Resten von Austern und Haien.

Lokale Funde. Die Datierung lässt sich nicht immer nach globalen Kriterien fassen, sondern oft nur nach lokalen Phänomenen. Entsprechende Phasen unserer Geschichte wurden nach heimischen Fundstellen benannt, das Eggenburgium (vor 19 Millionen Jahren) oder das Badenium (vor 15 Millionen Jahren).

Farne und Austern. Der zeitliche Bogen fossiler Funde spannt sich über Hunderte Millionen Jahre. Im Eggenburger Krahuletz-Museum finden sich Reste eines tropischen Farnwaldes, 300 Millionen Jahre alt und bei Zöbing im Kamptal gefunden. Nur 16 Millionen Jahre ist das 400 Quadratmeter große Kor neuburger Austernriff, in dem die weltweit größte fossile Perle entdeckt wurde.

Nächste Woche: erste Säugetiere.