Erstellt am 24. August 2016, 05:50

von Michaela Fleck-Regenfelder

Vom Hackler zum Held. Murathan Muslu, „Tatort“-Schauspieler, Filmpreisträger und gebürtiger Ottakringer, im Gespräch mit Michaela Fleck.

Murathan Muslu, „Tatort“-Schauspieler, Filmpreisträger und gebürtiger Ottakringer.  |  NÖN, Laurent Ziegler

Gerade haben Sie Ihren jüngsten Kinofilm abgedreht, Arbeitstitel: „Komplett von der Rolle“. Worum geht’s da? Und wie waren die Drehtage in Maria Enzersdorf, Kritzendorf, Mödling und Pottendorf?
Muslu: Es geht um Menschen wie dich und mich. Um die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und andere Schwierigkeiten. Alles schön verpackt in einer Kiste voll Witz. In NÖ ist für mich wie in jedem Bundesland zu drehen – atemberaubend herrlich!

In den Drehphasen ist mir klar geworden, dass diese Figur nicht nur im Beruf, sondern auch privat einen Heldenstatus erreicht hat. Danke Christian für diese nette Erfahrung, die du mir geschenkt hast!

Feuerwehrmänner gibt’s in Spielfilmen in der Hauptrolle eher selten. Türkischstämmige Schauspieler auch. Woran liegt das?
Naja, „Im Feuer“ mit Joaquin Phoenix, „Backdraft“, „Firejumpers“, „Flammendes Inferno“ und demnächst „Komplett von der Rolle“ sind doch schon einige Spielfilme. Und ich finde schon, dass unsere türkischstämmigen Kollegen es ziemlich gut hier haben. Es gibt Rollen in Hülle und Fülle. Vielleicht müssen sich die türkischen Kollegen nur etwas mehr anstrengen, um eine Hauptrolle zu ergattern. Aber da mein Vater selbst Haitianer ist und meine Mutter isländischer Abstammung, kann ich diese Frage partout nicht beantworten [lacht]!

Gelernt haben Sie das Spielen nicht. Und waren trotzdem schon dreimal neben Til Schweiger im Hamburger „Tatort“ zu sehen. Wie kommt man vom Bau vor die Kamera?
Im Großen und Ganzen war es einfach nur ein „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“-Ding. Aber die Baustelle ist noch nicht abgehakt. Niemand weiß, was morgen passiert. Und zwischen diesen Berufen gibt es überraschend viele Ähnlichkeiten.

Den Österreichischen Filmpreis als bester Darsteller haben Sie seit 2015 schon. Und 2017 kommen Sie mit Josef Haders „Wilder Maus“ und Stefan Ruzowitzkys „Hölle“ ins Kino. Wie wird das? Und was kommt dann?
Ruzowitzky und Hader. Ich find’s einfach cool, dass ich dabei sein durfte.