Erstellt am 31. Mai 2016, 06:24

von Michaela Fleck-Regenfelder

Das Herz der Kunst. Zehn wird das Museum am Gugginger Kulturhügel heuer. Und feiert mit einer großen Party. Und mit der größten Schau seines berühmtesten Künstlers. Ab Sonntag.

 |  NOEN, ZVG

Herzen gibt’s viele in der Art brut. Eines leuchtet nicht auf einer Leinwand, sondern auf einer Hausmauer. In einem Haus, wo die „rohe Kunst“, genauer: einige ihrer berühmtesten Künstler schon seit Jahrzehnten wohn(t)en: im Gugginger Haus der Künstler.

1983 hat Johann Hauser dort sein Herz an die Wand gemalt. 23 Jahre später wurde gleich nebenan ein Museum eröffnet: für Johann Hauser und all die anderen Gugginger Künstler. „Das“, erzählt Johann Feilacher, der mit Johann Hauser noch als Psychiater gearbeitet hat und heute als Direktor das Museum leitet, „das war das Kinderhaus“.

Sechs Jahre hat man den Kinderpavillon der ehemaligen Landesnervenklinik umgebaut. Nach fünf Jahren Galerie, Ateliers und Lagerräume eröffnet. Ein Jahr später, 2006, das Museum. 3.000 Quadratmeter umfasst das, davon 1.300 Quadratmeter Museumsfläche. Die Hälfte davon gehört den Gugginger Künstlern (die derzeitige Schau „101 Meisterwerke“ hängt noch bis 2017, dann kommt „Gugging Contemporary“ mit, so Feilacher, „hauptsächlich der jüngeren Generation“.

Die andere Museumshälfte wird von internationalen Personalen oder Themenschauen bespielt („ab Jänner zeige ich da die erste Sammlung von Jean Dubuffet, dem Erfinder der Art brut, aus 1947“). Oder: von einem der drei „Superstars“ aus Gugging. „Walla hatten wir schon, Tschirtner ist immer dabei. Und jetzt machen wir dort Hauser!“

250 Werke und jede Menge Herzen

250 Werke hat Johann Feilacher für „die größte Hauser-Schau“ zusammengetragen, aus dem Wiener MUMOK, aus dem Linzer Lentos und aus Niederösterreichs Landessammlungen, von Sammlern wie Helmut Zambo, Heinz Kammerer oder Franz Wohlfahrt – darunter jede Menge Herzen und noch mehr Frauen.

Auch ein Buch wird zur Schau herauskommen, „eine Riesenschwarte“, so schwer wie das vierbändige Walla-Buch, „aber noch größer“. Und eine Party gibt’s zur Vernissage auch. Nicht nur zum 90. Geburtstag von Johann Hauser. Sondern vor allem zum 10. Geburtstag des Gugginger Museums. Einen ganzen Tag wird das diesen Sonntag gefeiert.

Mit Festakt, Geburtstagsrätsel und Kreativatelier. Mit DJ, Tea Time und Swing. Mit den Lieblingsspeisen der Gugginger („das sind die banalen Dinge: Schnitzel und Leberkässemmerl“). Und mit zwei ganz speziellen Gästen: Karl Markovics und Markus Hering.   www.gugging.at