Erstellt am 13. April 2016, 09:39

von Daniela Führer

Musicalhit „BurnOut“ in Amstetten - Karten gewinnen!. Musical-Produzentin und "Wahl-St. Georgnerin" Sabine Haydn erfüllte sich einen Traum. Sie schrieb ein Musical und landete einen Hit, der am 14. April nach Amstetten kommt.

 |  NOEN, zVg

Das Musical „BurnOut“ wird am Donnerstag, 14. April, 19.30 Uhr, in der Pölz-Halle Amstetten aufgeführt. Die Geschichte handelt von Ben, der in einer Werbeagentur arbeitet und soeben Vater geworden ist.

Doch plötzlich verändert sich das Klima in der Arbeit durch eine neue Kollegin radikal und auch zu Hause nimmt die Anspannung immer weiter zu. Da wird Ben plötzlich gekündigt und er bricht zusammen. Diagnose: Burnout. 

Schnell sein und Tickets gewinnen

Die NÖN verlost 5x2 Karten für die Aufführung - schickt einfach ein Email mit Eurem Namen an redaktion.amstetten@noen.at  - die Gewinner werden per Email verständigt, die Tickets an der Abendkassa hinterlegt. Teilnahmeschluss ist Donnerstag, 12 Uhr!

Sabine Haydn, 38, verheiratet mit dem gebürtigen St. Georgner Thomas Haydn, hatte im Jahr 2011 eine außergewöhnliche Idee für ein Musical: Sie schrieb ein Stück über die Krankheit Burn-Out. Doch bis das Musical tatsächlich auf eine Bühne gelangte, war es ein steiniger Weg.

NÖN: Am 16. April wird Ihr Musical „BurnOut“ in Amstetten aufgeführt, als einziger Spielort in Österreich bei Ihrer zweiten Musical-Tour. Warum Amstetten?
Sabine Haydn: Ich bin oft mit meiner Familie hier. Meine Kinder lieben ihre Oma und ihren Opa, die in Krahof in St. Georgen/Ybbsfelde leben. Hier in Amstetten das Musical zu spielen, ist daher etwas ganz Besonderes für mich. Schon bei der österreichischen „BurnOut“-Erstaufführung in Wien im Vorjahr hätten wir schon einen ganzen Bus mit St. Georgnern füllen können, so viele waren da. Seitdem wurde ich regelmäßig hier von Menschen angesprochen, wann wir wieder in die Nähe kommen, sie möchten das Stück noch einmal sehen.

Ihr Musical handelt von einer Krankheit. Ein ungewöhnlicher Stoff für ein Musical?
Das Musical im deutschsprachigen Raum hat leider den Ruf, sehr leichte Kost zu sein. Aber wenn man sich internationale, englischsprachige Produktionen ansieht, weiß man, auch ernste Themen funktionieren. Mit diesem Zugang bin ich auch an mein Stück gegangen.

Wie kamen Sie auf Ihre Idee für das Musical?
Ich habe damals in einer Werbeagentur gearbeitet und in meinem Umfeld, bei Kollegen und Bekannten, hatten viele Menschen Burnout. Sie gingen wirklich durch die Hölle. Aber ich habe dann immer wieder gesehen, dass viele nach einer Therapie viel zufriedener waren. Sie haben sich nämlich endlich mit sich selbst beschäftigt und sich verwirklicht. Ich fand das so schön und da kam mir die Idee für das Musical, mit dem ich zeigen wollte, dass in der Krankheit Burnout auch eine Chance stecken kann.

Wie ging es dann weiter?
Ich war so begeistert von der Idee, habe das Konzept geschrieben und einen Komponisten angesprochen, der auch gleich begeistert war. Dann schickte ich mein Konzept an Verlage – die waren dann aber gar nicht mehr begeistert. Das würde sich niemand ansehen, hörte ich.

Doch Sie glaubten an Ihr Konzept?
Ja, wir hatten das Buch und die Musik fertig. Das Konzept war einfach zu gut. Also haben wir Leute zu einem Reading eingeladen, bei dem wir unser Stück präsentierten. Auch Verlage haben wir eingeladen, doch von ihnen kam keiner. Die Leute, die gekommen waren, konnten dann nach dem Stück einen Fragebogen ausfüllen. Das alleine sprach schon für sich: 100 Prozent aller Teilnehmer füllten diese aus und die Reaktionen waren sehr positiv. Mit diesem Feedback in der Hand habe ich abermals Verlage angeschrieben, bekam aber keine Antwort. Dann kam der Mann einer guten Freundin zu mir. Er sagte mir, seine Frau redet nur noch von meinem Musical und er gäbe mir Geld, damit ich es auf die Bühne bringe. Und da habe ich beschlossen, selbst nach Sponsoren zu suchen.

Wie verlief die Suche?
Zunächst musste ich eine Produktionsfirma gründen und mich mit vielen wirtschaftlichen und rechtlichen Dingen auseinandersetzen. Dann habe ich wieder zum Reading eingeladen. Dieses Mal aber mögliche Investoren. 50.000 Euro brauchte ich und ich hatte das Geld tatsächlich innerhalb von zwei Wochen zusammen. Parallel dazu versuchten wir, über Crowdfunding noch weitere 10.000 Euro für Werbung zu lukrieren. Auch das klappte problemlos.

Sie konnten auch Stars wie die Moderatorin Miriam Pielhau als Darsteller für die Produktion gewinnen. Wie kam es dazu?
Ich habe mit dem Hauptdarsteller Veit Schäfermeier Abitur gemacht und wir stehen seitdem in Kontakt. Er hat immer zu mir gesagt, ich solle ein Musical für ihn und seinen Partner Thomas Klotz – beide sind in Deutschland sehr bekannte Musicaldarsteller – schreiben. Als ich das dann tatsächlich getan hatte und Veit anrief, sagten sie mir gleich für die Rollen zu. Thomas kannte dann wiederum Miriam Pielhau und holte sie ins Boot. Die erste Tour hatten wir dann im Vorjahr. Jetzt, bei der Wiederaufnahmetour, sind wieder alle dabei – von den Darstellern bis zu den Technikern.

Welche Reaktionen bekamen Sie bislang auf Ihr Stück?
Es gab Menschen, die geweint haben, die zu mir sagten, sie hätten sich in so vielen Szenen wiedererkannt. Es gab auch Leute, die mir berichteten, sie hätten, nachdem sie das Musical gesehen haben, eine Therapie gemacht. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Auch die Kritiken in den Medien, zum Beispiel in der Bild-Zeitung, waren sehr positiv.

Karten: 07472/601-4545,  www.BurnOutDasMusical.com


Zur Person:

Sabine Haydn lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Film-, Theater- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Danach absolvierte sie das zweijährige Studium Regiearbeit an der UCLA (Universität in Los Angeles, USA). Mittlerweile leitet sie hauptberuflich ihre Produktionsfirma „Sabine Haydn Produktionen“.