Erstellt am 24. Februar 2016, 06:34

von Christine Haiderer

Mut im Leben. Im neuesten Buch von Rotraud A. Perner dreht sich alles um den Mut – warum er wichtig ist und welche Wege es gibt.

Mut - Das ultimative Lebensgefühl von Rotraud A. Perner (Amalthea) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.  |  NOEN, zVg

„Mut ist keine Eigenschaft. Mut ist ein Prozess“, sagt Rotraud A. Perner. Es ist ein Abwägen zwischen einer Angst davor, was passieren kann, und der Entscheidung, bei sich zu bleiben. Und es geht darum, nicht passiv zu sein. Aber auch nicht etwas zu tun, was andere von einem wollen und erwarten. Wie bei einer Mutprobe.

„Eine Mutprobe ist eine Überprüfung von Gehorsam“, weiß Perner. Meist ist es keine gute Idee. Dennoch machen es Teenager. Weil sie dazugehören wollen. Gerade dann wäre es aber „mutig, Nein zu sagen und Widerstand zu leisten, wenn man weiß, dass es einem nicht guttut“. Das sollte man auch, wenn ein Verhalten jemand anderen schaden könnte. Wie zum Beispiel einem Kind, das der Vater mit auf eine Mehrtages-Radtour nehmen will, obwohl es erst fünf ist …

„Es braucht Mut, zu zeigen, was man denkt.“

„Es geht auch um den Mut, für andere einzutreten.“ Auch bei Mobbing. Zu sagen, dass man es nicht gut findet, dass ein Mitschüler schlecht behandelt wird. „Es braucht Mut, zu zeigen, was man denkt.“ Übrigens auch bei Alltäglichkeiten wie einem Telefonat, bei dem eine gute Freundin einfach nicht auflegen will. Auch hier gilt: „Man kann die Wahrheit sagen.“ Vielleicht mit einem Lächeln, und auch wenn es beim ersten Mal noch schwerfällt.

„Mut kann man lernen.“

Die gute Nachricht: „Mut kann man lernen.“ Wie? Man kann überlegen, in welchen Situationen man im Laufe seines Lebens nicht mutig war. Was hat einen damals davon abgehalten? Welche Ängste sind damit verbunden? Sind diese überhaupt noch aktuell? Passiert etwas Ähnliches wieder, ist man vorbereitet.

Ein Hindernis auf dem Weg zum Mut sind fehlende Vorbilder. Statt dessen sieht man im Film männliche Helden, die sich mit Gewalt durch Dschungel oder Galaxis kämpfen, so Perner. Und die Rollenbilder in der realen Welt? Auch hier werden „Mut und Männlichkeit mit selbstschädigendem Verhalten gleichgesetzt“. Mann braucht keinen Schlaf, keine Vorsorge, keine Hilfe … Die besten Vorbilder können aber Bezugspersonen in der Familie sein. Tipp dazu: Laut denken! Die Überlegungen, was man heute kochen könnte, laut aussprechen. So können Kinder denken lernen.


Buch-Tipp

Rotraud A. Perner, „Mut. Das Ultimative Lebensgefühl“, Amalthea, 256 Seiten, 22,95 Euro.