Erstellt am 29. Juni 2016, 06:48

von Verena Randolf

Michaela Ehrenstein: „Die Natur gibt mir Kraft“. Elf Jahre lang hat Intendantin Michaela Ehrenstein ihr Herzblut Sitzenberg gewidmet, dem „zauberhaften“ Spielort, wie sie die Sommertheaterbühne immer noch nennt. Dann hat sie aufgehört, weil es einfach nicht mehr ging.

Intendantin, Regisseurin und Schauspielerin – Michaela Ehrensteins Beruf ist ihre große Leidenschaft. Ihrer zweiten Heimat Niederösterreich fühlt sich die Künstlerin seit Jahren stark verbunden.  |  NOEN, Lepsi

„Es hat mich niemand zum Abschied gezwungen, aber ich musste damals einfach eine Entscheidung fällen. Bei einer kleinen Theaterbühne fallen dieselben Aufgaben an wie bei einer großen – mit dem Unterschied, dass es keine Stabsstellen oder Abteilungen gibt. Deswegen musste ich alles selber machen. Und das ging irgendwann nicht mehr.“

Der Abschied, so erinnert sie sich an die Zeit vor zwei Jahren, sei ihr sehr schwergefallen und noch immer „ist Sitzenberg aus meinem Herzen nicht verschwunden“.

Fußballspielen mit den Nachbarsbuben

Neben ihrer beruflichen Verbundenheit hat die Schauspielerin und Regisseurin auch eine private Geschichte mit dem kleinen Ort im Bezirk Tulln. „Meine Eltern haben, als ich klein war, ein Haus in Sitzenberg gebaut. Obwohl wir damals in Wien gelebt haben, kann ich mich noch gut ans Fußballspielen mit den Nachbarsbuben erinnern“, erzählt sie. „Wir haben damals viele, viele Wochenenden in Niederösterreich verbracht und ich fahre auch jetzt noch sehr gerne raus. Die Zeit in der Natur zu verbringen, ist mir nach wie vor sehr wichtig. Den Himmel zu sehen, die Bäume ... einfach draußen zu sein aus der Stadt – das gibt mir ungeheuerlich viel Kraft.“

Neben ihrer Intendanz der Freien Bühne Wieden, die im Dezember ihr 40-jähriges Bestehen feiert, ist Ehrenstein ab 29. 6. in „Das falsche Gesicht“ auf Schloss Hunyadi in Maria Enzersdorf zu sehen.