Erstellt am 26. Januar 2016, 06:18

von Michaela Fleck-Regenfelder

„Alles wird besser!“. Aus dem Waldviertel kommt Österreichs bester Spielfilm 2016, „Ich seh Ich seh“. Und aus Mödling Österreichs bester Nebendarsteller, Christopher Schärf.

Abräumer und Einsteiger: Fünf Filmpreise gab es bei Österreichs Filmpreisgala für den von Ulrich Seidl (ganz links) produzierten und von Veronika Franz & Severin Fiala gedrehten Thriller »Ich seh Ich seh«, den ersten Filmpreis in der neuen Kategorie Beste Nebenrolle für Christopher Schärf (2. von links) in »Einer von uns«.  |  NOEN, Erich Marschik
Alle waren nicht dabei, als Österreichs Filmakademie zum sechsten Mal ihre Filmpreise vergab. Produzent Josef Aichholzer war krank. Film-Star Karl Markovics ließ grüßen. Und Neo-Regisseur Josef Hader steckte am Ötscher im Schnee – beim Dreh zu seiner „Wilden Maus“. Alle anderen waren vergangenen Mittwoch nach Grafenegg gekommen, um das „gar nicht mehr so zarte Pflänzchen österreichischer Film“, so Filmakademie-Präsident Stefan Ruzowitzky, zu feiern – die, die Filme machen, die sich laut Filmakademie-Präsidentin Ursula Strauss „Herz und Kopf zerbrechen“ und die sich bei aller Vielfalt in einem treffen: „in der Suche nach dem aufrechten Moment“.

Und aufrechte Momente gab es auch bei der nach 2014 zweiten Gala zu Österreichs Filmpreis im Grafenegger Auditorium viele.

Als Dokumentarfilm-Preisträger Jakob Brossmann von einem Flüchtlingsmädchen erzählte und der ganze Saal aufstand. Als die von Schauspielerin Hilde Dalik gegründete Flüchtlings-Theatergruppe Chong tanzte. Als Kurzfilm-Preisträger und Oscar-Anwärter Patrick Vollrath („Alles wird gut“) dem österreichischen Film eine Liebeserklärung machte, Drehbuch-Preisträger Christian Frosch dagegen „sprachlos“ war. Oder auch, als Veronika Franz & Severin Fiala nach dem Filmpreis für das beste Szenenbild, die beste Maske, die beste Kamera und die beste Regie auch noch den Hauptpreis für den besten Film abräumten.

Leer gingen beim Österreichischen Filmpreis 2016 Manuel Rubey (nominiert für die beste männliche Hauptrolle), Anna Posch (beste weibliche Hauptrolle) und Inge Maux (beste weibliche Nebenrolle) aus. Auch Wolfgang Murnbergers viermal nominierter Brenner-Krimi „Das ewige Leben“ war nicht unter den Preisträgern. Der Wiener Neustädter Regisseur nahm’s „sportlich“. Und freute sich umso mehr mit Stiefsohn Christopher Schärf, der den Preis für die beste männliche Nebenrolle bekam. „Ich bin“, so der gebürtige Mödlinger, „sehr überrascht!“

Und Gastgeber Landeshauptmann Erwin Pröll? Der meinte zwar, „weder Regisseur noch Schauspieler“ zu sein. Hoffte aber, dass „Sie das nächste – oder das übernächste Mal – wieder nach Grafenegg kommen“.