Erstellt am 19. Juli 2017, 05:36

von Thomas Jorda

Prägende Architektur. Eine exzellente Buchreihe lädt ein, die wichtigsten Gebäude Niederösterreichs zu besuchen. Der letzte Band widmet sich jenen, die zwischen 1848 und 1918 entstanden sind.

Ein bisserl war die Architektur, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem den Osten Österreichs maßgeblich bestimmt hat, ein Stiefkind im öffentlichen Bewusstsein. Österreich, das ist Barock, dachten viele. Doch immer mehr rückt jene Bautätigkeit in das Zentrum, die in der Zeit von 1848 bis 1918 das Land geprägt hat.

Der fünfte und abschließende Band der überaus verdienstvollen Buchreihe „Architekturlandschaft Niederösterreich“ widmet sich also jener Ära und versammelt wichtige Bauwerke der Zeit. Sie war eine der bewegendsten in der Geschichte Österreichs und bestimmt von tiefen Veränderungen, die wesentlich waren für die entsprechende Architektur. Das Bürgertum profilierte sich nach der Abschaffung der Grundherrschaft mit ambitionierten Objekte, der Ausbau der Eisenbahnlinien ging Hand in Hand mit dem Aufkommen der Sommerfrische, erschloss weite Teile des Landes und förderte vehement die Industrialisierung, Land und Gemeinden investierten immer mehr in entsprechende Bautätigkeit.

Die Stilistik reicht vom Historismus über den Jugendstil bis zur Moderne, Architekten wie Theophil Hansen, Sicardsburg & van der Nüll, Heinrich von Ferstel, Carl von Ghega, Fellner & Helmer, Otto Wagner oder Josef Hoffmann profilierten sich.

Das alles zeigt das wie ein Reiseführer konzipierte Werk, das von Theresia Hauenfels, Iris Meder, Andrea Nussbaum geschrieben und vom ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich herausgegeben wurde. Die Fotos von Andreas Buchberger sind ein Erlebnis, elf Übersichtskarten erleichtern den Besuch.

Architekturlandschaft

Niederösterreich | 1848 bis 1918

Broschur, deutsch | englisch,

264 Seiten, 200 Bilder,

Park Books Zürich. 29,90