Erstellt am 25. Januar 2016, 10:59

von Michaela Fleck-Regenfelder

Rosinen, Klarinetten und andere Töne. Von Traiskirchen bis Gugging und von Haydn bis Jazz reichen Niederösterreichs Kulturtermine der Woche.

 |  NOEN, photo/nancy horowitz
"Mein Herz schlug bis auf den heutigen Tag wirklich normal.“ Sagt einer, der die meiste Zeit seines Lebens in der – damals noch so genannten – Irrenanstalt verbrachte. Und trotzdem ganz große Kunst machte, mit Bildern, aber auch mit Worten: Ernst Herbeck. Wie seine Texte heute, 25 Jahre nach dem Tod des gebürtigen Stockerauers, klingen, das ist am 27. Jänner in einer ganz besonderen Soirée im Museum am Gugginger Kulturhügel zu erleben. Zu Gast: Schauspieler Peter Badstübner, der Ernst Herbeck liest, Komponist Karlheinz Essl, der Ernst Herbeck vertont, und Kuratorin Gisela Steinlechner, die die derzeit laufende Ausstellung über den „stillen Poeten“ gestaltet hat ( www.gugging.at ).

x  |  NOEN, Heinz Bütler


„Eine Handvoll Rosinen“ hat Asylrechtsberater Daniel Zipfel sein Romandebüt betitelt. Das spielt in Traiskirchen. Und erzählt, natürlich, von einem syrischen Flüchtling, aber auch von einem österreichischen Fremdenpolizisten und von einem undurchsichtigen Fluchthelfer. Vom Flüchten, vom Schleppen, von Grenzen und vom einem für manche unüberwindbaren Meer erzählen auch die Reportagen Mathilde Schwabeneder und Karim El Gawhary, beide Korrespondenten für den ORF und beide schon lange diesseits und jenseits des Mittelmeeres im Einsatz. Titel ihres Buches: „Auf der Flucht“. Beide Bücher – und beide Autoren, nämlich Daniel Zipfel und Mathilde Schwabeneder – sind am 28. Jänner zu Gast in der St. Pöltner  Bühne im Hof, im Rahmen des Dialoges zwischen den Kulturen.

x  |  NOEN, ludwig rusch


Am Tag darauf, dem 29. Jänner, wird ebenfalls in der Bühne im Hof nicht gelesen, sondern gespielt. Und dazwischen, natürlich, auch geredet. Denn wenn Christof Spörk, Ex-Global-Kryner, Musiker, Texter und Politikwissenschafter, auf die Bühne geht, dann nicht ohne seine Klarinette. Und nicht ohne seine spitze Zunge. Der hat er auch den Salzburger Stier 2014 und den Stuttgarter Besen 2015, beide renommierte Kleinkunstpreise, zu verdanken. Und die spielt auch eine tragende Rolle in seinem aktuellen Programm, Titel: „Ebenholz“ ( www.buehneimhof.at ).

Und noch mehr Musik, nämlich kluge niederösterreichische und romantische oberösterreichische, vor allem aber: große, symphonische gibt’s am 1. Februar zu hören. Da ist Niederösterreichs Tonkünstlerorchester im Rahmen seines schon traditionellen Abonennement-Zyklus‘ wieder zu Gast im St. Pöltner Festspielhaus. Und hat nicht nur seinen neuen Chefdirigenten mit, Yutaka Sado. Sondern auch noch Joseph Haydns zweite Tageszeiten-Symphonie namens „Le Midi“. Und Anton Bruckners leidenschaftliche 4. Symphonie, genannt: „Die Romantische“ ( www.festspielhaus.at ).