Erstellt am 01. August 2011, 00:00

s Mariandl der Wachau. HOFRAT GEIGER / Waltraut Haas spielt ab September in dem Stück, dessen Filmversion sie berühmt gemacht hat. Es ist eine Hommage an den verstorbenen Erwin Strahl. Er hätte Regie führen sollen.

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VON ANITA KIEFER

Was braucht ein Schauspieler? Applaus! Waltraut Haas ist ergriffen. Traurig. Allein. Sie denkt zurück. An ihren Ehemann Erwin Strahl. An die fast 45 Jahre, die das Paar verheiratet war. Und an die Premiere des Stücks Die Feuerzangenbowle in Weißenkirchen.

Denn genau hier, wo sie vor einem Jahr noch gemeinsam mit ihrem Erwin, mit ihrem Sohn und mit ihrer Schwiegertochter auf der Bühne stand, gabs heuer Standing Ovations für den Verstorbenen. Mir sind die Tränen runtergelaufen. Das Publikum hat so lange applaudiert. Waltraut Haas ist gerührt.

Am 20. April dieses Jahres verstarb Erwin Strahl im Alter von 82 Jahren. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, den Theaterregisseur und Schauspieler Marcus Strahl.

Dass der geliebte Ehemann weg ist, das spürt die 84-jährige Waltraut Haas 24 Stunden am Tag. Am schlimmsten ist es in der Früh. Da hab ich immer gerufen Erwin, das Frühstück ist fertig. Und er hat immer komme geantwortet. Dieses komme sagt jetzt niemand mehr.

Sohn übernimmt Regie-Rolle  des Vaters Erwin Strahl

Erwin Strahl sollte eigentlich Anfang September die Regie beim Theaterstück Hofrat Geiger am Wiener Gloria Theater führen. Doch das Schicksal entschied anders. An seine Stelle tritt jetzt Sohn Marcus. Als Hommage an den verstorbenen Vater.

Waltraut Haas wird in diesem Stück, das sie einst in der Filmversion mit der Rolle des Mariandl so berühmt machte, als Großmutter zu sehen sein. Das Einzige, was mir in der Trauer wirklich hilft, ist die Arbeit, gesteht Haas. In der ersten Zeit nach Strahls Tod ging die Mimin kaum vor die Tür. Damit ihr nur ja keiner begegne, sagt sie.

Hofrat Geiger: Premiere  ist am 8. September

Aktuell haben die Proben für das Stück Premiere ist am 8. September Sommerpause. Und Haas fehlt wieder die Ablenkung durch Arbeit und Kollegen. Aber am schlimmsten sind für mich die Leute, die fragen Na, wie gehts dir? Sie meinen es nicht böse. Aber wie solls mir schon gehen? Das ist furchtbar für mich, sagt die berühmte Schauspielerin mit belegter Stimme.

Doch es gibt auch Hoffnung für Waltraut Haas. Kleinigkeiten. Ich habe Marillen eingekocht. Und Erdbeeren und Stachelbeeren, schildert sie. Und sie besucht oft ihr Bankerl an der Donau bei Weißenkirchen. Wenn ich runtergehe, setze ich mich immer auf dasselbe Bankerl. Früher gemeinsam mit Erwin Strahl. Heute alleine. Das Bankerl und die Wachau geben Halt. Wenn ich Göttweig und die Donau sehe, dann geht mein Herz auf!, erzählt sie.

Wann sie nach dem Hofrat Geiger wieder auf der Bühne stehen wird? Nächstes Jahr nicht. Aber Übernächstes dann. Es gibt Anfragen die Leute wollen mich sehen!, freut sich Haas. Es geht weiter für die Schauspielerin. Wenn auch schwer.

FOTO: FRANZ GLEISS