Erstellt am 17. Dezember 2015, 05:13

von Thomas Jorda

Menschen essen, Burgen bauen. Große Burg, kleine Burg.

Der Schanzboden: Viel Wallburg ist nicht mehr zu sehen.  |  NOEN, klvienna

Am Beginn der Jungsteinzeit (4500 bis 1800 vor Christus) entstand auf dem Schanzboden zwischen Falkenstein und Poysdorf im nördlichen Weinviertel eine Höhensiedlung mit einer der europaweit ältesten bekannten Wallburgen.

Die Anlage existierte in der Zeit von 4500 bis 3500 vor Christus. Auf die ältere Burg mit 400 Metern Durchmesser und einem dreifachen Wall- und Grabenring, die nach hundert Jahren dem Erdboden gleich gemacht wurde, folgte eine kleinere Fluchtburg. Ausgegraben wurden die Reste Ende der Siebzigerjahre.

Schon damals Bauern. Gefunden wurde auf dem Schanzboden reichlich, Grünsteinbeile für die Holzbearbeitung, Tonlämpchen und Kleinplastiken aus Ton, behauene Feuersteine, die als Messer dienten, große Mahlsteine. Die hier lebenden Menschen betrieben also bereits Ackerbau.

Aus Kupfer. Der Schanzboden ist der wichtigste Fundort der Lengyel-Kultur in Österreich. Deren Beginn datiert in Niederösterreich 3900 vor Christus. Man arbeitete hier auch schon mit Kupfer, die Toten wurden oft in Hockstellung begraben. Die Hauptfundplätze liegen im östlichen Waldviertel und südlich der Donau. Möglicherweise gab es den Hang zum Kannibalismus. Aber darüber streiten die Gelehrten noch.

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